Hamburg. Es ist ein Vorgang, der in den Annalen des politischen Marketings als Lehrbuchbeispiel für strategische Fehlwürfe gelten dürfte: Der Getränkehersteller Fritz-Kola, eine Marke mit langem linksalternativem und antikapitalistischem Selbstverständnis, hat ausweislich von Unternehmenskreisen eine finanzielle Zuwendung an den Hamburger Landesverband der Christlich Demokratischen Union (CDU) für deren anstehenden Parteitag geleistet. Die daraufhin einsetzende Empörungswelle in sozialen Netzwerken, getrieben von einer geschlossenen Front verärgerter Stammkunden, offenbart eine tiefe Kluft zwischen Markenmythos und realer Geste.

Hintergründe

Fritz-Kola hat sich über Jahre hinweg mit Slogans wie „Kritisch bleiben“ und der Finanzierung von linken Kulturprojekten und alternativen Medien ein unverkennbares Profil als „Getränk der Protestbewegung“ aufgebaut. „Man kauft bei uns nicht nur eine Cola, sondern ein Statement gegen den globalen Einheitsbrei“, so die offizielle Positionierung. Diese Identität, so berichtet ein langjähriger Marketingberater der Branche, der anonym bleiben wollte, sei „kristallklar und bei der Zielgruppe hoch emotional verankert“ gewesen. Der jetzige Schritt, die Union – traditionsbewusst, wirtschaftsliberal und in Teilen als Establishmentsymbol verortet – zu unterstützen, wird daher von Beobachtern als „brutale ideologische Dissonanz“ (Professor für politische Kommunikation, Universität Leipzig) klassifiziert. „Das ist, als würde ein veganer Bio-Bäcker plötzlich Hauptsponsor eines Jagdclubs werden. Die narrative Inkonsistenz ist perfekt“, analysiert der Experte. Interne Quellen aus dem Hamburger Finanzamt, das die Spende entgegengenommen haben soll, bestätigten auf Anfrage den Eingang einer „namhaften Zuwendung“, ohne auf die Identität des Spenders einzugehen. Ein Mitarbeiter der Parteizentrale, der „nicht autorisiert war, für den Bundesvorstand zu sprechen“, räumte unter der Bedingung der Anonymität ein, dass die Spende „im Rahmen des üblichen Fundraisings“ liege, aber die „mediale Aufmerksamkeit unnötig hoch“ sei.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten. Unter dem Hashtag #FritzCDU sammelten sich binnen Stunden Tausende von Posts, in denen enttäuschte Kundschaft ihre leeren Flaschen vor Parteizentralen drapierte. „Ihr verkauft nicht mehr nur Limo, ihr verkauft eure Seele“, hieß es in einem vielgeteilten Tweet. Aber nicht nur die Basis reagierte empört. Auch aus der eigenen politischen Heimat schlug Wut entgegen. Ein Aktivist aus dem Umfeld der „Friedensbewegung Hamburg“, der von dieser Redaktion als „zuständig für campaigning“ genannt wurde, sprach von einem „Verrat an allen, die mit Fritz die Präsenz von kritischem Denken im Supermarktregal verbunden haben“. Selbst binnen der CDU sorgte die Sponsorenwahl für Unverständnis. Ein langjähriges Mitglied aus dem konservativen Flügel, gebeten um Stellungnahme, äußerte sich gegenüber dieser Redaktion verärgert: „Wir brauchen das Geld, keine PR-Marke, die bei unserer Kernwählerschaft absolutes Misstrauen auslöst. Das war historisch unklug.“

Ausblick

Das Unternehmen reagierte bislang mit einer knappen, rechtlich geprüften Stellungnahme, die die Spende als „unternehmerische Entscheidung im Rahmen unserer bundesweiten Vertriebsstrategie“ bezeichnete und um „sachliche Debatte“ warb. Dieser Versuch der Deeskalation scheint angesichts der emotional aufgeladenen Debatte eher geräuschlos verhallt zu sein. Branchenbeobachter prognostizieren einen längerfristigen Image-Schaden. „Die Marke hat ihre ureigene Erzählung verraten. Man kann nicht über Jahre hinweg ‚Kritisch bleiben‘ verkaufen und dann stillschweigend die Union finanzieren, ohne dass dies als Verkauf an die Mächtigen interpretiert wird“, so der eingangs zitierte Marketingberater. Die zentrale Lehre aus diesem Vorgang, so scheint es, ist die brutale Wahrheit des Spätkapitalismus: Selbst die rebellischste Marke muss irgendwann Rechnungen zahlen. Nur welche Rechnung sie am Ende wirklich begleicht, entscheidet nun nicht mehr der Vorstand, sondern der wütende Kunde im Supermarkt.

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