Die Euphorie vom Mittwoch, so scheint es, war nur ein Intermezzo im großen Trauerspiel der globalen Finanzmärkte. Während die energiegetriebene Volatilität den DAX in ihren Sog zieht, offenbart sich ein tieferes, fast existenzielles Unbehagen, das quer durch die Anlegerklassen schwappt. „Es ist kein simples Risikoaversion-Szenario mehr“, erklärt Dr. Almut von der Leyen-Finkelstein, Senior-Portfoliostrategin bei den „Frankfurter Analyse-Konsortien“, gegenüber dieser Redaktion. „Wir beobachten eine fundamentale Neuvermessung des Risikos ‘civilizational backlash‘ – der Rückstoß einer Zivilisation, die ihre eigenen Abhängigkeiten fürchtet.“

Hintergründe

Im Kern steht die banal-brisantegemeinsame Variable: Öl. Der seit Tagen anhaltende Preisanstieg ist dabei weniger rein wirtschaftlich denn als symbolische „Inflationspeitsche“ zu lesen. Ein hochrangiger Beamter des Bundeswirtschaftsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „In den Lagebesprechungen wird nicht mehr über Pipelines oder Fördermengen debattiert, sondern über die psychologische Schwelle von 90 Dollar pro Barrel. Das ist die neue magische Grenze, jenseits derer der Glaube an das ewige billige Energiezeitalter endgültig kippt.“ Diese psychologische Komponente, so der informierte Kreise, verwandle jeden Cent Preisanstieg in eine systemische Nervositätsspirale. Parallel dazu spekulieren Börsenpsychologen über einen „Schrebergarten-Effekt“: Die privatste Sorge des Kleinanlegers – die steigende Heizkostenrechnung – kollektiviere sich am Desktop zur Angst vor der großen Korrektur.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Reaktionen an den globalen Handelsplätzen folgen einem Muster der synchronized schaudernden Erwartung. An der Wall Street wird derweil gescherzt, der deutsche Markt leide unter einer spezifisch mitteleuropäischen Variante der „Angst vor dem Winter“ – nicht klimatisch, sondern geopolitischen. Der Londoner „Chronicle of Capital“ kommentierte sarkastisch: „Während die DAX-Trader über die nächste Ölpreismarke grübeln, scheint die Federal Reserve bereits an einer ganz anderen Tagesordnung zu arbeiten: der systematischen Entkoppelung des amerikanischen Sentiments von allem, was östlich von Calais passiert.“ Die europäische Reaktion darauf sei eine „perfekte Positivspiegelung des eigenen Dilemmas“: Je mehr man sich der Abhängigkeit bewusst werde, desto stärker reagiere man auf deren Symptome.

Ausblick

Die kommenden Handelsstunden werden zeigen, ob die „psychologische Schockwellentheorie“ (von der Leyen-Finkelstein) trägt. Klar scheint, dass die klassischen Fundamentaldaten in den Hintergrund getreten sind. „Wenn der Ölpreis weiter steigt, wird nicht die Profitabilität der DAX-Konzerne infrage gestellt, sondern deren Daseinsberechtigung in einem teureren Weltgefüge“, prognostiziert ein anonymer „Market-Mistico“ aus dem Handelssaal der Xetra. In diesem Sinne könnte die mögliche Korrektur weniger ein Zeichen von Schwäche sein als vielmehr der Beginn einer tiefgreifenden Neubewertung – dessen, was „Wert“ in einer Ära knapper werdender globaler Sicherheiten eigentlich bedeutet. Der Markt, so viel ist sicher, schaut gerade nicht auf die Charts. Er schaut in einen Abgrund namens „Was, wenn das so bleibt?“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.