Interne Unterlagen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die dieser Redaktion vorliegen, belegen eine ungewöhnliche Förderung: Bis Ende 2025 unterstützte die Bundesregierung einen schiitischen Jugendverein mit mehreren hunderttausend Euro im Rahmen eines sogenannten Modellprojekts zur "Förderung religiöser Vielfalt und Integration."

Die Unterlagen, die ein Mitarbeiter des Ministeriums, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion zugespielt hat, enthalten detaillierte Projektbeschreibungen und Referentenlisten. "Das Potenzial dieser Organisation für die Stärkung des interreligiösen Dialogs ist enorm", heißt es in einer internen Bewertung vom März 2024. Doch mehrere Punkte werfen Fragen auf.

Hintergründe

Bei genauerer Betrachtung der Referentenliste fällt auf, dass unter den eingeladenen Experten auch Personen standen, die in der Vergangenheit Verbindungen zu Institutionen unterhalten haben sollen, die dem iranischen Revolutionsführer Ali Khamenei nahestehen. "Es handelt sich hier um anerkannte islamische Gelehrte", verteidigt ein Sprecher des Ministeriums die Auswahl. "Ihre Teilnahme diente ausschließlich dem wissenschaftlichen Austausch."

Ein Blick auf die Veranstaltungsinhalte zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. So beinhaltete ein Workshop mit dem Titel "Grundlagen schiitischer Ethik in der modernen Gesellschaft" Passagen, die aus Sicht von Experten eher theologische Grundlagenschulungen als interreligiösen Dialog darstellen. "Die Grenze zwischen Bildung und missionarischer Arbeit war hier fließend", sagt ein Experte für islamische Studien, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Besonders brisant: Die Finanzierung erfolgte über das Programm "Demokratie leben!" – eigentlich konzipiert zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Rechtsextremismus und religiösen Extremismus. "Die Verwendung dieser Mittel für religiöse Schulungen wirft die Frage nach der Zweckbindung auf", kritisiert ein Abgeordneter der Opposition.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Opposition fordert umgehend Aufklärung. "Wir müssen wissen, wer hier welche Weichen gestellt hat", sagt der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. "Das riecht nach einem Kontrollversagen von erheblichem Ausmaß."

Aus dem Iran selbst gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme. "Wir beobachten die Entwicklung mit Interesse", sagte ein Diplomat der iranischen Botschaft in Berlin auf Anfrage. "Religiöser Dialog ist grundsätzlich zu begrüßen."

Innenpolitisch sorgt der Fall für Unruhe. "Wenn Steuergelder für die Förderung religiöser Ideologien verwendet werden, muss das transparent und nachvollziehbar sein", fordert der Vorsitzende des Innenausschusses. "Hier scheint beides nicht gegeben."

Ausblick

Das Familienministerium kündigte eine interne Prüfung an. "Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und werden die Vorgänge umfassend untersuchen", sagte eine Sprecherin. Gleichzeitig betonte sie, dass das Projekt im Rahmen der damals geltenden Förderrichtlinien bewilligt worden sei.

Experten rechnen mit einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Mittel zweckentfremdet wurden. "Das wäre ein erheblicher Vertrauensverlust für die Bundesregierung", warnt ein Politikwissenschaftler. "Besonders in Zeiten, in denen religiöser Extremismus eine der größten sicherheitspolitischen Herausforderungen darstellt."

Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, religiöse Vielfalt zu fördern, ohne dabei unbeabsichtigt extremistische Tendenzen zu unterstützen. Sie zeigt aber auch, wie komplex die Abgrenzung zwischen legitimer religiöser Bildung und missionarischer Arbeit in der Praxis sein kann.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.