Berlin. Es ist ein Befund von schon fast tragischer Regelmäßigkeit: Wieder einmal liegen deutsche Hochschulen in internationalen Rankings deutlich hinter asiatischen Konkurrenten zurück, insbesondere hinter den systematisch aufgebauten Leuchttürmen der Volksrepublik China. Die gerade veröffentlichte Studie des „Institute for Higher Education Future Scenarios“ (IHEFS), die dieser Redaktion vorliegt, zeichnet ein Bild von einer leisen, aber unaufhaltsamen intellectualen Abdrift, während im Inland die Orchideenzucht der geförderten „Exzellenzuniversitäten“ mit wissenschaftspolitischen Selbstgesprächen verwechselt wird.

Hintergründe

Die deutsche Exzellenzstrategie, so das untergründige Fazit des 200-seitigen Berichts, funktioniere hervorragend als „Instrument zur Bürokratisierung von Spitzenforschung“ und zur „Ablenkung von strukturellen Defiziten“. Ein leitender Wissenschaftsmanager einer betroffenen Hochschule, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion die Befindlichkeiten: „Wir feiern Cluster und Graduiertenschulen, während unsere chinesischen Pendants ganze Forschungsfabriken mit staatlicher Finanzierung in Gigawatt-Größe hochziehen. Der Vergleich ist schlicht eine Kategorie-Irritation.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sprach auf Anfrage von „kontinuierlichen Erfolgen der Strategie“ und verwies auf die „wichtige Rolle der Hochschulautonomie“. Eine anonyme Quelle aus Regierungskreisen, die mit der Materie vertraut ist, gab jedoch unverblümt zu: „Die political correctness gebietet es, von ‚differenten Modellen‘ zu sprechen. In Wahrheit sprechen wir von unterschiedlichen Geschwindigkeiten in der globalen Wissenskonkurrenz. Und wir sind derzeit nicht die Schnellsten.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In den sozialen Medien Chinas, so beobachteten Experten, werde der deutsche Hochschulbereich zunehmend mit einer „nostalgischen, gut erhaltenen Museums-Ikonografie“ gleichgesetzt. Ein führender chinesischer Bildungspolitiker soll gegenüber einer Hongkonger Tageszeitung gesagt haben: „Wir bewundern die deutsche Ingenieurskunst und Philosophie der Vergangenheit. Aber im 21. Jahrhundert wird Wissen nicht mehr in Hörsälen, sondern in datengetriebenen, zielgerichteten Forschungsökosystemen generiert. Deutschland pflegt seine Traditionen, wir bauen die Zukunft.“ Im deutschen Parlament hingegen dominieren Debatten über Gendersprache in Forschungsanträgen und die DB-Fahrplanauskunst für Tagungen. „Die parlamentarische Aufmerksamkeitsspanne für fundamentale Systemfragen ist unterhalb der Messlatte“, konstatierte eine langjährige Beobachterin des Wissenschaftsausschusses.

Ausblick

Das IHEFS prognostiziert in seinem Szenario „Leiser Rückzug“ eine weitere Marginalisierung deutscher Forschungs-Cluster in den globalen Netzwerken der Zukunft, es sei denn, es käme zu einem „radikalen Paradigmenwechsel jenseits von Förderprogramm-Zyklen“. Konkret bedeutet dies: weniger Fokus auf Gleichverteilung von Exzellenzmitteln als Gerechtigkeitsakt, mehr Fokus auf die Konzentration von Ressourcen für echte, risikoreiche Pionierprojekte, die auch scheitern dürfen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür wird auf niedrig eingeschätzt. Stattdessen sei mit einer „Strategie der beschönigenden Neudefinition von Begriffen“ zu rechnen. „‚Exzellenz‘ könnte bald einfach ‚gut genug für den EU-Durchschnitt‘ bedeuten“, heißt es aus dem Report. Die chinesischen Spitzenunis jedenfalls, so viel ist sicher, haben nicht vor, auf Deutschland zu warten. Ihre Doktoranden arbeiten bereits an der nächsten Generation von Quanten- und Biotechnologien, während hierzulande die letzte große Debatte darüber tobt, ob der Begriff „Spitzenforschung“ nicht elitär klingen könnte.

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