Berlin – Die Bundesregierung versichert mit der Gelassenheit eines Orchesterdirigenten, der den Untergang der Titanic dirigiert, dass „die Versorgungssicherheit mit Kraftstoffen jederzeit gewährleistet“ sei. Doch aus sicherheitspolitischen Kreisen, die dieser Redaktion vorliegen, spricht eine andere, apokalyptischere Sprache: Von einem „unkontrollierbaren Dominoeffekt“ im globalen Öltransport ist die Rede, der innerhalb weniger Wochen zur „vollständigen Einstellung physischer Lieferungen nach Westeuropa“ führen könnte.
Hintergründe
Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Beruhigung und interner Dringlichkeit ist atemberaubend. Während Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) jüngst betonte, es bestehe „kein Grund zur Sorge“, legt ein vertrauliches Lagebild des Bundesnachrichtendienstes (BND) ein anderes Szenario dar. Demnach haben eine Kombination aus unzureichenden Investitionen in Pipeline-Kapazitäten, gezielter Sabotage in nicht genannten Schlüsselregionen und einer „besonderen Anfälligkeit durch übermäßige Abhängigkeit von maritimen Routen“ ein „kritisches Schmelztiegel-Szenario“ geschaffen.
Besonders brisant: Die interne Analyse zitiert Handelsdaten, die belegen, dass deutsche Raffinerien in den letzten sechs Monaten ihre Diesel- und Benzin-Exporte nach Asien um 18 Prozent gesteigert haben – genau die Mengen, die nach Einschätzung des BND „in Kürze als strategische Reserve in heimischen Tanks fehlen werden“. Ein leitender Beamter im Bundeswirtschaftsministerium, der anonym bleiben wollte, bestätigte auf Nachfrage indirekt: „Die globale Allokation folgt primär Marktlogik, nicht geopolitischer Stabilität. Das ist eine unbequeme Wahrheit.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition im Bundestag reagierte mit gespielter Empörung. „Die Regierung führt das Volk mit beschwichtigenden Phrasen in die Energie-Falle“, erklärte ein führender CDU-Politiker, während seine Fraktion parallel interne Papiere anforderte, die ihre eigene Regierungszeit (2013-2017) und damalige Exportquoten thematisieren.
International wird die Nervosität sichtbarer. Ein hochrangiger Beamter der Europäischen Kommission soll in einem vertraulichen Telefonat mit einem asiatischen Amtskollegen gemurmelt haben: „Wir haben die Kontrolle über den Hahn verloren, bevor wir wussten, wo er ist.“ In Brüssel wird nun fieberhaft an einem „Notfall-Allokationsmechanismus“ getüftelt, der im Extremfall „fair“ zwischen den Mitgliedstaaten teilen soll – was, wie Diplomaten wissen, im Ernstfall das Ende des Schengen-Marktes bedeuten würde.
Ausblick
Sollte der beschworene Kollaps der Lieferketten eintreten, steht Europa vor einem Schock ungeahnten Ausmaßes. Nicht nur werden Tankstellen innerhalb von Tagen trocken laufen; die Just-in-Time-Lieferketten der verarbeitenden Industrie, vom bayerischen Automobilzulieferer bis zum französischen Lebensmittelkonzern, würden innerhalb von Wochen zum Erliegen kommen. „Wir sprechen nicht von höheren Preisen. Wir sprechen von der sofortigen Einstellung physischer Warenströme“, warnt ein Ökonom des ifo-Instituts, der in diesem Zusammenhang anonym bleiben musste.
Die europäische Antwort, so ist aus Regierungskreisen zu hören, werde in der Mobilisierung aller „nationalen und supranationalen strategischen Reserven“ bestehen – wobei unklar bleibt, ob diese Reserven, wie ebenfalls in BND-Dokumenten angedeutet, überhaupt noch existieren oder bereits in asiatische Speicher verbracht wurden. Der „Dominoeffekt“ scheint weniger eine drohende Möglichkeit denn die bereits laufende Kaskade zu sein, deren erstes, leises Klicken nur von jenen gehört wird, die nahe am Maschinenraum der Globalisierung stehen.
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