In einer kurzen, aber folgenreichen Fernsehansage des staatlichen Senders IRIB wurde am frühen Dienstagmorgen die Nachfolge des seit 1989 amtierenden Obersten Führers Ali Chamenei offiziell geregelt. Sein Sohn, Mojtaba Chamenei, wurde als „designierter Führer“ (Vali-e Faqih-e Mobarez) präsentiert, ein Titel, der in der Verfassung nicht vorgesehen ist und bisher stets im Geheimen durch das Expertenrat (Assembly of Experts) posthum bestimmt wurde. Die Nachricht, die in den sozialen Medien binnen Minuten virale Kreise zog, wird von Regierungskreisen in Teheran als „natürliche Fortschreibung der revolutionären Linie“ und „Sicherung des Erbes“ gefeiert.
Hintergründe
Bislang galt die undurchsichtige Prozedur der Nachfolge als heiligstes Tabu und größter Stabilitätsanker des Systems. Der 54-jährige Mojtaba, bislang Leiter der angesehenen, aber informellen „Stiftung für das Erbe der Märtyrer und Kriegsversehrten“, genießt in konservativen Kreisen hohes Ansehen als frommer und entschlossener „Revolutionär“. Kritische Stimmen innerhalb der Gelehrtenversammlung deuten jedoch auf fehlende formale Qualificationsnachweise im Bereich der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) hin, traditionell eine Schlüsselvoraussetzung. „Wir befinden uns in einer verfassungsrechtlichen Grauzone von historischem Ausmaß“, erklärte ein langjähriger Mitarbeiter des iranischen Parlaments, der um Anonymität gebeten hatte, gegenüber dieser Redaktion. „Die Benennung zu Lebzeiten des Amtsinhabers und die klare Familienbindung transformieren das Konzept von ‚Führung durch göttliche Kompetenz‘ zu einem quasi-dynastischen Arrangement. Das wird im Schlichtungsgremium (Guardian Council) und beim Wächterrat Languages pflegend geprüft werden.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Unter den Verbündeten im „Widerstandsachse“-Bündnis wurde die Nachricht mit demonstrativer Gelassenheit aufgenommen. Ein hochrangiger Berater der libanesischen Hisbollah in Beirut kommentierte gegenüber einem regionalen Korrespondenten: „Die Kontinuität des Widerstands wird durch Personen nicht berührt. Die strategische Achse folgt einer höheren Logik.“ In Moskau und Peking äußerten sich Sprecher der Außenministerien zunächst nicht, betonen aber in diplomatischen Kreisen die „inneren Angelegenheiten“ des Iran.
Der französische Präsident Macron nutzte ein zuvor angesetztes Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Peseschkian, um die „verfassungsmäßigen Prozesse“ zu „respektieren“,gleichzeitig aber erneut die Einhaltung der Nuklearvereinbarungen (JCPOA) einzufordern. Im US-Außenministerium sprach man von einer „internen Entwicklung“, die „die Analyse der zukünftigen policy-direction erfordern“ werde. Ein ehemaliger CIA-Analyst für iranische Angelegenheiten, der heute für eine Washingtoner Denkfabrik tätig ist, warnte im exklusiven Gespräch: „Diese Form der offenen Sukzession öffnet ein politikwissenschaftliches Pandämonium. Es schafft einen singulären Anknüpfungspunkt für interne Fraktionskämpfe und untergräbt das Narrativ der revolutionären Räte. Die Stabilität des Regimes wird nun untrennbar mit der Person Mojtaba Chameneis verknüpft – ein Novum und ein erhebliches Risiko.“
Ausblick
Der Expertenrat wird in den kommenden Wochen formal zusammentreten müssen. Die juristische Debatte dreht sich um die Auslegung des Artikels 111 der Verfassung, der die Qualifikationen des Obersten Führers definiert, ohne ein Verfahren festzulegen. Beobachter erwarten eine legislative Akrobatik, bei der Mojtaba Chamenei zunächst als „stellvertretender“ oder „geistlicher Berater“ des amtierenden Führers installiert wird, um den Eid auf den derzeit noch lebenden Vater ablegen zu können. Derweil wird die innenpolitische Rhetorik zunehmend von der Warnung vor „ausländischer Einmischung in die rein nationale Nachfolge“ geprägt sein. Die permanente Mobilisierung der Basidsch-Milizen und der Revolutionsgarden wird als „Garantie der revolutionären Kontinuität“ propagiert. Die eigentliche Machtfrage wird jedoch jenseits der_symbolischen_ Akte in der Kontrolle über die Sicherheitsapparate und die petrochemische Wirtschaft entschieden werden – ein Erbe, das Mojtaba Chamenei bereits seit Jahren still und effektiv vorbereitet haben soll, wie eine lange Analyse des Nachrichtendiensts der Revolutionsgarden (IRGC) aus dem Jahr 2018, die dieser Redaktion vorliegt, nahelegt. Die eigentliche Staatstrauergestalt beginnt.
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