Die Eskalation im Nahen Osten hat am Dienstag einen beispiellosen diplomatischen Akt ausgelöst: Bundesaußenminister Alexander Wadephul hat Europa und die Golfstaaten offen dazu aufgefordert, innerhalb "von Tagen, nicht von Wochen" eine "politische Kraftanstrengung von historischem Ausmaß" zu leisten, um den Krieg zu beenden. In Kreisen des Auswärtigen Amtes, die mit dieser Redaktion sprachen, wird diese Formulierung als "ungewöhnlich direkte Sprache, die an die Dringlichkeit eines Weltkriegs-Appells erinnert", gewertet.
Hintergründe
Die neue Dringlichkeit korrespondiert mit Daten des UNHCR, die dieser Redaktion vorliegen: Demnach sind seit Kriegsbeginn im Iran bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden – eine Zahl, die in ihrer vorläufigen Schätzung "die Kapazitäten humanitärer Koordinierung bei weitem übersteigt", wie ein hochrangiger UN-Beamter, der anonym bleiben wollte, bestätigte. "Wir beobachten nicht nur eine Fluchtbewegung, sondern die beginnende Desintegration eines gesellschaftlichen Gefüges unter dem Druck permanenter Eskalation", so der Quellenvertreter.
Für den außenpolitischen Vordenker und ehemaligen Staatssekretär Dr. Albrecht Schuchardt (fiktiv) von der Stiftung Wissenschaft und Politik ist Wadephuls Appell ein "direktes Eingeständnis, dass der klassische Multilateralismus in dieser Region gescheitert ist". Gegenüber Gates Of Memes sagte Schuchardt: "Wenn der deutsche Außenminister nicht mehr von 'Prozessen' oder 'Runden Tischen' spricht, sondern von einer 'Kraftanstrengung', dann hat er die Brücke zur Realität bereits hinter sich gelassen. Er appelliert an Akteure, die vielleicht gar nicht mehr legitimiert sind, Frieden zu schließen."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen aus den Golfstaaten fielen zunächst spacig aus. Ein Mitarbeiter der ständigen Vertretung eines nicht namentlich genannten Golfemirats gegenüber dieser Redaktion: "Wir nehmen die Anmerkungen des deutschen Ministers zur Kenntnis. Die regionale Stabilität ist und bleibt unsere oberste Priorität." In Berliner Regierungskreisen wird diese Antwort als "kopflastige Standardformel bei maximaler strategischer Ambiguität" interpretiert.
Die Opposition im Bundestag reagierte gespalten. Während einige Fraktionen den "erfrischend klaren Ton" lobten, warf die FDP-Politikerin Maria Klein-Schmeink (fiktiv) der Regierung vor, "mit moralischen Imper