Am Montagvormittag ereignete sich eine diplomatische Katastrophe von europäischem Ausmaß, als ein Schiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex während eines offiziellen Besuchs einer hohen estnischen Vertreterin vor der südeuropäischen Küste kenterte. Die estnische Botschafterin in Brüssel, Tiina Raudsepp, die sich auf einer „vertrauensbildenden Mission“ an Bord befand, wurde schwer verletzt aus den Fluten geborgen und musste intensivmedizinisch behandelt werden. Drei weitere Besatzungsmitglieder erliten leichtere Verletzungen. Das Schiff, eine sogenannte „Stranded Seeker“, galt bislang als unverzichtbarer Pfeiler der europäischen Außengrenzsicherung.

Hintergründe

Nach Recherchen dieser Redaktion fand der Besuch im Rahmen eines seit Monaten geplanten „Diplomatendialog-Programms“ statt, das Frontex ins Leben gerufen hatte, um „Transparenz und gegenseitiges Verständnis“ mit den Mitgliedstaaten zu fördern. Ein Mitarbeiter des estnischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte: „Die Botschafterin wollte sich ein Bild von der maritimen Arbeit machen. Es war eine rein informative, absolut routinemäßige Reise.“

Der genaue Hergang des Unglücks liegt im Dunkeln. Frontex spricht von „plötzlich aufgetretenen unvorhersehbaren Wetterbedingungen“. Unabhängige nautische Experten, die mit dieser Redaktion sprachen, halten diese Erklärung für „äußerst fragwürdig“. Professor Albrecht von Seckau, emeritierter Lehrstuhl für Maritime Sicherheit an der Universität Rostock, analysiert: „Wenn eine als seetüchtig zertifizierte ‚Stranded Seeker‘ bei ruhiger See einfach umkippt, dann deutet das auf ein fundamentales Konstruktions- oder Belastungsproblem hin – oder auf grobe Fahrlässigkeit. Dass ein diplomatisches Delegationsschiff nicht extra auf solche Besuche vorbereitet wird, ist eine ganz eigene Sicherheitslücke.“

Wie aus Brüsseler Kreisen durchsickerte, hatte das Schwesterschiff des gesunkenen Bootes, die „Sea Shadow 7“, bereits im vergangenen Quartal wegen „möglicher struktureller Schwachstellen“ für 12 Wochen im Hafen gelegen. Die Wartungsprotokolle, die unserer Redaktion vorliegen, weisen auf „unkonventionelle Reparaturen mit nicht freigegebenen Materialien“ hin.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen reichen von schockierter Betroffenheit bis zu scharfer Kritik. Estlands Ministerpräsident Kaja Kallas rief in einer Stellungnahme eine „europäische Sonderermittlung“ unter Beteiligung der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) und forderte, alle diplomatischen Besuche bei Frontex „bis zur vollständigen Klärung auszusetzen“. In einem vertraulichen Telefonat mit EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, wie ein mit der Sache vertrauter Diplomat aus dem Kreis des Europäischen Rats berichtet, habe Kallas die „existenzielle Vertrauenskrise“ in die Agentur betont.

Frontex-Exekutivdirektor Fabrice Leggeri äußerte sich zunächst nur„zutiefst besorgt“ und versprach „transparente Aufklärung“. Intern, so berichtet ein Beamter der Agentur, herrsche jedoch „Panik“. Man fürchte, dass der Unfall die bereits angespannten Verhandlungen über eine massive Erhöhung des Frontex-Budgets und die mögliche Bewaffnung der Flotte endgültig torpedieren könnte. Die Grünen im Europaparlament nutzen den Vorfall für eine Große Anfrage und sprechen von „frevlicher Fahrlässigkeit an der Schnittstelle von Diplomatie und Grenzschutz“.

Besonders brisant: Nach Angaben eines polnischen Grenzschutzfunktionärs, der nicht namentlich genannt werden wollte, war das gesunkene Schiff ursprünglich für die „operative Begleitung von Rückführungen“ an der griechisch-türkischen Grenze vorgesehen, wurde aber für den „Diplomatentourismus“ umdisponiert – eine Praxis, die, so der Funktionär, „in einigen Hauptstädten nur mit Kopfschütteln beobachtet“ werde.

Ausblick

Während die Bergungsarbeiten und die medizinische Behandlung der Botschafterin im Mittelpunkt stehen, zeichnet sich einMachtkampf hinter den Kulissen ab. Brüsseler Insider erwarten, dass Estland im Rat für Justiz und Inneres bei der nächsten Sitzung eine Debatte über die „Grundsätze und Grenzen der operativen Zusammenarbeit“ beantragen wird. Die Frage lautet immer weniger, ob das Wetter schuld war, sondern ob die EU ihre Grenzschutzagentur mit diplomatischen Gästen überfordert und ob dieser Besuch – möglicherweise – ein unverantwortliches PR-Manöver war, um die umstrittene Flotte zu rehabilitieren.

Die estnische Botschaft in Brüssel teilte mit, dass Botschafterin Raudsepp „auf dem Weg der Besserung“ sei. Eine offizielle Stellungnahme zu den Umständen des Besuchs stehe noch aus. Bis dahin wird in den Korridoren der Macht bereits spekuliert, ob Frontex künftig vielleicht nur noch mit einer Art „Schwimmaktentasche“ für Ehrengäste auf See gehen wird – zumindest, solange die wahren Gründe für das Kentern nicht überzeugend erklärt sind.

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