Das diplomatische Erdbeben

In einer atemberaubenden Wendung, die Beobachter an die großen Umbrüche des letzten Jahrhunderts erinnert, hat die türkische Regierung am Montag den iranischen Botschafter in Ankara, Herrn Mohammad Tadrisi, zu einem „dringenden und ernsten Gespräch“ einbestellt. Wie ein hochrangiger Mitarbeiter des türkischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion bestätigte, gehe es um den „wiederholten und inakzeptablen Raketenbeschuss aus iranischen Einflussgebieten auf türkische Sicherheitsinteressen im Norden Syriens“. Die Botschaft aus Teheran spreche von „legitimem Widerstand“, Ankara jedoch von „direkter Provokation, die eine klare rote Linie darstellt“. Die Rhetorik weicht dabei zunehmend der Kälte eines Kalten Krieges, der plötzlich wieder heiß zu werden droht.

Hintergründe

Die jüngsten Vorkommnisse sind kein isoliertes Ereignis