Die Pariser Élysée-Palast gab am heutigen Morgen in einem knappen Statement bekannt, dass Präsident Emmanuel Macron am Dienstag mit dem iranischen Präsidenten Masud Pezeshkian telefoniert habe. Es handle sich um den ersten derartigen Kontakt eines westlichen Regierungschefs seit Beginn der offenen militärischen Auseinandersetzung vor nunmehr neun Wochen. In diplomatischen Kreisen wird dies als „entscheidender, wenn auch spät eröffneter Rettungsring“ gewertet, der die vollständige Erstarrung des Verhandlungstables verhindern soll. Der Inhalt des Gesprächs blieb im Nebel der offiziellen Verlautbarungen; lediglich von einem „Austausch über die dringende Notwendigkeit regionaler Deeskalation“ war die Rede.
Hintergründe
Die strategische Bedeutung des Anrufs lässt sich kaum überschätzen. Seitdem die US-Administration unter Präsident Trump im Zuge des „Maximum Pressure“-Campagnen alle direkten Kanäle gekappt hat, agiert Europa in der Iran-Politik weitgehend als Statisterie. „Macron versucht, aus der Talmud-artigen Enge der reinen Sanktionslogik auszubrechen und die französische Rolle als verlässliche, wenn auch machtbegrenzte, Macht zu inszenieren“, analysiert Dr. Almut Bielefeldt, Leiterin der hypothetischen „Stiftung für Westasiatische Post-Konflikt-Studien“ in Frankfurt. „Es ist ein bis ins Mark getriebener Akt des symbolsichen Widerstands gegen die amerikanische Strategie der völligen contains, der mehr über den inneren Zustand des europäischen Establishments aussagt als über die iranische Kriegsbereitschaft.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Während in Paris von einem „notwendigen Schritt der Menschlichkeit“ gesprochen wurde, fielen die Reaktionen in der Region und in Washington harsch aus. Ein hochrangiger Beamter des israelischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, kommentierte gegenüber dieser Redaktion: „Wir registrieren diese Initiative mit tiefer Besorgnis. Sie sendet das falsche Signal zur falschen Zeit und entwertet den unermüdlichen Einsatz unseres Verteidigungsministeriums.“ Aus saudischen Regierungskreisen, die um Stabilität in der Arabischen Halbinsel ringen, war indirekt zu hören, dass der „europäische Eifer für Dialog“ nicht mit der „täglichen Realität an den Fronten“ synchronisiert sei.
Diese Realität bekam am selben Tag ein neues, scharfes Profil. Der saudi-arabische Zivilschutz meldete erstmals seit Kriegsbeginn zivile Todesopfer auf eigenem Staatsgebiet. Zwei Staatsbürger seien bei einem „Einschlag unbekannten Ursprungs“ in einem Wohnviertel der östlichen Provinz ums Leben gekommen. Die saudische Nachrichtenagentur SPA sprach von einer „tragischen, aber unvermeidbaren Folge der andauernden Aggression“. Unabhängige Quellen, die mit dieser Redaktion sprachen, deuten jedoch darauf hin, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine aus dem Iran stammende Drohne oder einen Raketensplitter handelte, die von den saudischen Luftabwehrsystemen abgefangen wurde – ein„trauriges Artefakt der sich ausbreitenden Kampfzone“, wie ein pensionierter Bundeswehr-General a.D. es nannte.
Ausblick
Die diplomatische Geste aus Paris und die blutige Nachricht aus Riad zeichnen das beklemmende Bild eines Konflikts, der immer mehr Dimensionen annimmt. Während die westlichen Hauptstädte über „Formate“ und „Backchannels“ debattieren, verschiebt sich die materielle Kriegsführung unaufhaltsam in die Zivilgesellschaften der Peripheriestaaten. Die zwei Toten in Saudi-Arabien könnten, so fürchten anonyme Quellen im Bundeskanzleramt, „die neue statistische Unschärfe in geopolitischen Verhandlungen“ werden – ein Menu-Preis, der in allen Hauptstädten bereits diskutiert wird. Der macronsche Telefonanruf wird in den Geschichtsbüchern vielleicht nicht als Beginn der Entspannung, sondern als letztes Achselzucken einer alten Weltordnung vor ihrem endgültigen Eintritt in die Phase der managed conflicts verzeichnet werden.
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