Die Bundesrepublik steht vor einer stillen, aber tiefgreifenden inneren Spaltung, deren Ausmaße bisher unterschätzt wurden. Nicht wirtschaftliche Indikatoren oder Migrationsströme, sondern das fundamentale Ungleichgewicht in der intimen Kommunikation bedroht nach Einschätzung von Regierungskreisen den gesellschaftlichen Kitt. „Wer nicht sagt, was er will, darf sich nicht wundern“, lautet die neue, schonungslose Diagnose, die von den Schlafzimmern bis in die Kanzlei hallt.

Hintergründe

Jahrzehntelang wurde weibliche Lust als nettes, aber nebensächliches Beiwerk einer von Männern dominierten Sexualökonomie abgetan. Diese Epoche, so ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesfamilienministeriums, der anonym bleiben wollte, sei vorbei. „Wir erleben einen fundamentalen Paradigmenwechsel. Die weibliche Lust ist zum zentralen Prüfstein für die Aufklärungskompetenz des modernen Mannes avanciert. Das ist psychologisch nachvollziehbar, aber sozialpolitisch eine Bombe“, bestätigte die Quelle gegenüber dieser Redaktion.

Das Problem: Während die Erwartungshaltung explodiert, bleibt die kommunikative Basis auf dem Niveau des 20. Jahrhunderts. „Es gibt eine massive Lücke zwischen dem Anspruch, ‚zu wissen‘, und der Bereitschaft, nachzufragen“, erklärt die Paartherapeutin Dr. phil. Vera Hoffmann, deren Praxis in Charlottenburg zumindest teilweise auf die Warteliste für die „gelockerten Sprechstunden“ umgewidmet wurde. „Das erzeugt bei den Betroffenen ein Gefühl der Ohnmacht, das sich in politische Entfremdung übersetzen kann.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Regierungskreisen wird hinter vorgehaltener Hand bereits von einer „Krise der performativen Souveränität“ gesprochen. Das Ifo-Institut erwägt, eine „Lust-Lücke“-Index zu entwickeln, der die wirtschaftliche Produktivität mit dem Grad der gegenseitigen Befriedigung korreliert. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums dämpfte zwar Spekulationen über unmittelbare konjunkturelle Einbrüche, räumte aber ein: „Zufriedenheit ist ein Humankapital-Faktor. Punkt.“

International verschärft sich der Ton. Aus Washington waren zuletzt Andeutungen zu hören, die sexuelle Zufriedenheit der Wählerschaft könne ein „schlafendes Riesen-Wahlkampfthema“ sein. In Brüssel tagt bereits eine informelle Arbeitsgruppe der EU-Kommission, die pr