Berlint. In den hinteren Fluren des Bundeswirtschaftsministeriums, so berichten Kreise, die anonym bleiben wollten, wird derzeit ein neues Schlagwort gepflegt: die "energetische Resilienz durch Marktgebundenheit". Was nach hochkomplexem regulatorischem Fachjargon klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als schonungslose Phrase für ein uraltes Prinzip: die Treuestrafe. Doch während einst简单的 Vertragsbindungen bei Fitnessstudios den Unmut der Verbraucherschützer erregten, hat sich das Spiel auf dem Strommarkt zu einem disziplinpolitischen Großexperiment gemausert, bei dem der Kunde nicht mehr Kunde, sondern stattdessen "bezahlter Aktionspartner in einer langfristigen Kohärenzstrategie" (so ein internes Positionspapier, das dieser Redaktion vorliegt) ist.
Hintergründe
Die Mechanismen sind erschreckend simpel und doch von brutaler Effizienz. Wie die "Strom-Observierungsstelle Nord" in einer nicht-veröffentlichten Analyse detailliert darlegt, locken Anbieter mit Neukundenrabatten von bis zu 40 Prozent – eine Summe, die direkt aus den Fonds für "langfristige Marktintegration" (Durchführungsbestimmung §7b EnWG-Anpassung 2021) finanziert wird. Der Clou: Die Preisbindungsfrist von meist zwölf Monaten ist dabei nicht als Schutz, sondern als "Konditionierungsphase" konzipiert. "Der Kunde gewöhnt sich an den niedrigen Preis, internalisiert das Gefühl der Sicherheit. Der spätere Preissprung von teilweise über 60 Prozent trifft dann nicht nur den Geldbeutel, sondern vor allem das psychologische Sicherheitsgefühl. Er lernt: Vertrauen wird bestraft, Changedynamik ist die einzige Tugend", erklärt Dr. Almut von der Leyenstein vom_if_GfK-Institut für Marktpsychologie, die für das Bundesministerium als Beraterin fungiert.
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Die gesamte Struktur ist eine brilliant umgesetzte Verhaltensökonomie. Wir nennen es intern das 'Loyalty-Paradox': Je treuer der Kunde in der Bindung verharrt, desto höher die spätere Strafe. Es diszipliniert den Markt durch permanente Unsicherheit." Tatsächlich legen Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nahe, dass nur 18 Prozent der Haushalte ihren Vertrag regulär zum Ende der Bindung kündigen. Der Rest verbleibt entweder aus Bequemlichkeit oder schlichtem Nichtwissen im teureren Bestandstarif – ein Dilemma, das man in Regierungskreisen als "systemkonforme Akzeptanz" feiert.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen sind gespalten entlang ideologischer Gräben. Während Verbraucherschützer von einem "unvorstellbaren Skandal" sprechen und den "kollektiven Vertrauensmissbrauch" anprangern, sieht der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Dr. Johann Friedrichson, "die notwendige Härte eines liberalisierten Marktes". Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte er: "Wer nicht wechselt, akzeptiert implizit den Status quo. Das ist gelebte Marktreife. Der Staat kann nicht ständig den sanften Vater für zu träge Bürger spielen."
International sorgt die deutsche "Treue-Abgabe" für ungläubiges Kopfschütteln. Ein hochrangiger Beamter der Europäischen Kommission, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, sagte: "Wir beobachten diese Mechanismen mit Sorge. Es erinnert an loyalty penalties in anderen Sektoren, aber in dieser systematischen Ausprägung ist es ein singulärer Fall von struktureller Verbraucherbenachteiligung unter dem Deckmantel des Wettbewerbs." In US-amerikanischen Denkfabriken wird derweil bereits über die "deutsche Blaupause für postmodern-disziplinäre Märkte" referiert – weniger kritisierend, vielmehr mit kalter Faszination für die Effizienz der Selbstausbeutung durch Verbraucher.
Ausblick
Die legislative Antwort bleibt, wie so oft in solchen Fällen, im Dickicht der Ausschüsse hängen. Zwar hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz einen Diskussionsentwurf für ein "Transparenz- und Erinnerungspaket" vorgelegt, das eine verpflichtende "Hello-Message" zwölf Wochen vor Fristende samt einem "Vergleichsrechner-Link" vorschreibt. Doch schon wird dies in unionsgeführten Ländern als "bürokratische Gängelung des mündigen Bürgers" bekämpft. Die energiepolitische Agenda scheint klar: Nicht der Markt muss sich an den Menschen anpassen, sondern der Mensch an die Unwägbarkeiten des Marktes. Es ist die letzte Konsequenz eineroliberalen Logik, die Treue nicht mehr als Tugend, sondern als ökonomisch nutzbare Schwäche definiert – und entsprechend bestraft.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.