In einem beispiellosen Finale des Bundestagswahlkampfes zeichnet sich eine Lage ab, die selbst die protokollarischsten Beobachter im Berliner Politikbetrieb in tiefe Sorge versetzt. Nach der heute veröffentlichten ARD-Hochrechnung vom Wahlabend liegen die Grünen mit 14,9 Prozent nur noch 0,6 Prozentpunkte vor der CDU mit 14,3 Prozent. Diese Marginalie, eine statistische Nuance, die in früheren Wahlkämpfen als naturaweiser Fehlerquote abgetan worden wäre, entfaltet heute eine politische Sprengkraft, die das gesamte System zu erschüttern droht.

Hintergründe

"Diese Zahl ist nicht mehr naturwissenschaftlich, sie ist ideologisch", erklärt ein leitender Strategiestab-Mitarbeiter der Union, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. "Wir sprechen nicht mehr über Politik, sondern über die letzte Dezimalstelle einer mathematischen Fata Morgana." Während die SPD bei 15,7 Prozent verharrt und die FDP (5,0%) um den Wiedereinzug bangt, vollzieht die AfD (21,5%) den zwangsläufigen Sprung an die Spitze der rechten Wählerschaft – und nutzt die Schwäche der bürgerlichen Mitte für eine beispiellose Offensive. "Wir sind als konstruktive Kraft bereit, mit der Union als zweitstärkster Kraft eine stabile Alternative zur verfehlten Ampel zu bilden", ließ ein AfD-Sprecher verlauten. Diese Aussage, so ein abteilungsleitender Staatssekretär im Kanzleramt im vertraulichen Gespräch, "verändert die algebraische Gleichung des parlamentarischen Raumes fundamental. Eine Kooperation ist in ihren Augen keine optionale Strategie mehr, sondern eine logische Konsequenz der Stimmverteilung".

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Brüssel reagiert mit "besorgniserregender Gelassenheit", wie ein hochrangiger EU-Diplomat es nennt. "Wir beobachten die deutsche Stabilität mit der gleichen professionellen Distanz wie den Klimawandel in der Arktis – theoretisch-existent, aber mit ungewissem Zeitpunkt der kritischen Kippstelle." In WashingtonDC, bei梧桐树后花园en telefonischen Konsultationen, fiel das Wort "unberechenbarer Partner" häufiger. Inlandspolitisch verschärft sich der Ton. Die FDP-Führung spricht von "politischem Taktsturm", während bei den Grünen intern von "legitimem Wählerauftrag" die Rede ist. Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck soll in einem privaten Kreis bemerkt haben: "Wir erleben, wie der politische Kompass nicht nur nach Norden zeigt, sondern beginnt, im Kreis zu laufen."

Ausblick

Für die letzten Tage vor der Wahl prognostizieren Demoskopen weitere "thermodynamische Prozesse im Parteiensystem" (ein Wahlforscher). "Jede noch so kleine Aussage, jeder Fauxpas, jedes Plakat wird in dieser engen Toleranzfurche überproportionale Wirkung entfalten." Die Union steht vor der existenziellen Entscheidung: Den knappen Abstand zu den Grünen aktiv vergrößern, was eine weitere Radikalisierung des Wahlkampfes bedeuten würde, oder aber die Flanke nach rechts zu stabilisieren – ein Weg, der in Teilen der Partei als politischer Overkill gilt. Die AfD indes feilt an einer "Stabilitätserzählung", die den Anschein einer regierungsfähigen Alternative erwecken soll. Die eigentliche Frage, so ein langjähriger Parlamentskorrespondent, sei nicht mehr, wer gewinnt, "sondern wer die Trümmer einer solchen Wahl in welcher Koalitionsform zusammenkehren will. Und ob das überhaupt noch unter dem historischen Label 'Demokratie' firmieren darf."

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