Der Absturz der SPD auf 5,5 Prozent in Baden-Württemberg ist kein bloßer politischer Rückschlag, sondern ein metaphysisches Ereignis. Was ehemals als unverrückbare Säule des deutschen Parteiensystems galt, existiert heute als eine Art politisches Phantom, das durch die geschichtsträchtigen Landschaften des Südwestens geistert, ohne Fußabdrücke zu hinterlassen. „Man hat das Gefühl, wir debattieren über die Farbe des Teppichs im leeren Konferenzraum“, sagt ein langjähriger Bundestagsabgeordneter, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Die Vision, falls es eine gab, ist nicht nur abhandengekommen, sie scheint in einen Zustand quantenphysikalischer Superposition übergegangen zu sein: gleichzeitig vorhanden und nicht vorhanden.“
Hintergründe
Die Analyse der historischen Fehlentwicklung fördert ein beunruhigendes Muster zutage. Seit der Agenda 2010, so kritisieren ehemalige Parteistrategen, habe die SPD systematisch ihre narrative DNA mutiert – von einer Partei, die gesellschaftliche Utopien verkörperte, zu einem reinen Verwaltungsapparat der politischen Machbarkeit. „Wir haben die Grammatik der Hoffnung gegen das Vokabular der Verwaltung eingetauscht“, konstatierte ein früherer Parteivorsitzender in einem vertraulichen Gespräch. „Nun hat niemand mehr etwas zu sagen, was über die nächste Ministeriumsbesprechung hinausgeht.“
Intern herrsche, wie ein Mitarbeiter des Parteivorstands unter der Bedingung der Anonymität bestätigte, eine Atmosphäre „kollektiver Trauerarbeit, die sich in thematischen Tabellenkalkulationen und Zielgruppen-Matrizen erschöpft“. Der Versuch, sich über die „Klimagerechtigkeitsallianz“ oder eine „digitale Modernisierungsoffensive“ zu profilieren, wirke wie ein verzweifelter Versuch, einem sterbenden Patienten neue Organe zu transplantieren, ohne die Ursache der Krankheit zu benennen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
International wird der deutsche Fall mit einer Mischung aus diagnostischem Interesse und schaudernder Faszination betrachtet. In Brüssel spricht man von der „großen Lücke im politischen Spektrum“, die die SPD hinterlasse, während in Paris Hintergrundkreise das Phänomen mit dem schrittweisen Verschwinden des Sozialismus in Europa vergleichen. „Es ist, als würde die Titanic nicht sanken, sondern einfach auf offener See virtuell werden, während alle auf der Brücke weiter Scheinberichte schreiben“, äußerte sich ein Diplomat einer südeuropäischen Republik, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Konkurrenzparteien reagieren mit einer seltsamen Mischung aus Triumph und Unbehagen. „Man kann keinen politischen Raum erobern, der sich selbst aufgelöst hat“, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesvorstands einer unionsgeführten Partei. „Es ist ein strategisches Vakuum, das wie ein schwarzes Loch alle Debatten anzieht und erstickt.“
Ausblick
Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die SPD den Sprung von der Leiche zur Lebendigen vollziehen kann. Erste interne Vorschläge reichen von der radikalen Neuerschaffung als „Bewegungspartei“ – ein Konzept, das an die historischen Anfänge erinnert – bis zur kompletten Verschmelzung mit der Grünen-Fraktion unter dem Label „Ökologisch-Soziale Einheitsliste“. „Am Ende stehen wir vielleicht vor der Wahl, ob wir eine sterbende Partei reformieren oder eine neue Bewegung gründen, deren Name schon wieder ein Anachronismus ist“, resümiert der anonyme Abgeordnete. Die wahre Tragödie, so scheint es, ist nicht der Verlust von Mandaten, sondern der schrittweise Verlust der historischen Erinnerung daran, wofür man einmal stand. In den Archiven der Republik liegen die Leerstellen bereit.
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