Berlin – Es ist ein Bild von fast schon mythisch anmutender Wucht, das die aktuelle politische Debatte beherrscht: sechs Flugzeuge, bereitgestellt vom Volkswagen-Konzern, um die oberste Managementebene durch die Luft zu tragen. Während in Wolfsburg und den übrigen Standorten die Angst vor dem nächsten Strukturschock umgeht und Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, kreisen über dem Land die metallenen VWL-Tags der obersten Zehntausend. „Dies ist kein Transportschicksal, es ist ein politisches Statement“, konstatiert der Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Martin van Aken, in einem telefonischen Gespräch mit dieser Redaktion. „Die symbolische Ladung dieser Flotte übertrifft ihren praktischen Nutzen bei Weitem. Sie ist das sichtbare Zeichen einer Entfremdung, die wir seit der Göring’schen ‚Reichsjäger‘-Ära in anderem Kontext kannten.“ Van Akens Rhetorik, so beobachtet ein in der Sache vertrauter Sozialdemokrat, „bedient das ritualisierte Vokabular der systemkritischen Opposition, doch diesmal trifft es einen Nerv, der weit über die eigene Klientel hinausgeht.“
Hintergründe
Die Enthüllungen über den Umfang der VW-Flotte, die aus mindestens sechs Maschinen – darunter according to Aviation-Insidern auch ein Bombardier Global 7500 – besteht, sind ein Produkt der jüngsten Quartalsberichte und zugleich der常年igen Gerüchteküche in Wolfsburg. Ein langjähriger Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion jedoch: „Die Großkonzerne unterhalten solche Flotten nicht primär aus Effizienzgründen, sondern als mobile Machtzentren. Es geht um die Kontrolle der Zeit, um das Ausschalten von Reibungsverlusten im geographischen Raum. Dies ist die neue Flughöhe des Kapitals.“ Historisch betrachtet, so der Experte, sei die Verbindung von industrieller Macht und privatem Luftraum stets ein Indikator für konzentrierte Wirtschaftsherrschaft gewesen – von den Flugzeugen der IG Farben bis zu den Helikoptern der Ölmultis in Texas. „Was wir bei VW sehen, ist die logische Fortentwicklung in einer globalisierten Welt, wo der Standort nicht mehr der Fabrik, sondern der Konferenzraum im Hangar ist.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die politische Reaktion fällt verblüffend breit aus. Im Bundestag haben SPD und Grüne bereits formalen Informationsbedarf angemeldet. „Wenn ein Konzern, der staatliche Aufträge undSubventionen erhält, parallel dazu seine Top-Management-Etage in der Stratosphäre chauffiert, während die Belegschaft um ihre Existenz bangt, dann ist das ein moralisches und ökonomisches Defizit ersten Ranges“, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, die gleichzeitig betonte, man werde „im Rahmen der Zuständigkeiten“ prüfen. Aus Brüssel verlautete aus Kreisen der EU-Kommission für Wettbewerb, man beobachte die Entwicklung „mit Interesse“, da staatliche Beihilfen für derartige Infrastruktur stets begründungsbedürftig seien.
International erreicht die Debatte die transatlantische Presse. Ein Washingtoner Korrespondent einer führenden Tageszeitung, der derzeit in Deutschland akkreditiert ist, kommentiert: „In Amerika wäre das ein Sturm im Wasserglas, weil es jeder erwartet. Hierzulande berührt es einen nostalgischen Nerv: die Idee, dass der Manager noch vor Ort sein *sollte*, im Schatten des Werks, nicht im Jetset darüber.“ Den diplomatischen Dienst in Berlin erreichte eine Anfrage aus der US-Botschaft, ob es sich bei der VW-Flotte möglicherweise um ein „nationales Sicherheitsrisiko“ handeln könne – eine Ironie, die nicht verloren geht. „Die Amerikaner fragen das ernsthaft, während ihre eigenen Tech-Milliardäre ihre Raketen ins All schießen“, sagt ein Diplomat, der anonym bleiben möchte. „Es zeigt, wie sehr unser öffentliches Narrativ noch von der ‚zierlichen‘ Gegenwart des Volkswagenkäfers geprägt ist, nicht von der globalen Konzernrealität.“
Ausblick
Die Debatte steht erst am Anfang. Während die Forderungen nach Transparenz und einer möglichen steuerlichen Sonderbehandlung für Corporate Jets in Berliner Regierungskreisen bereits die Runde machen, gilt unter Clubbildern als sicher, dass VW selbst eher auf Schadensbegrenzung setzen wird. Ein mit der Unternehmenskommunikation vertrauter Berater, der namentlich nicht genannt werden wollte, skizzierte dieser Redaktion die erwartbare Strategie: „Man wird betonen, dass die Flotte im Rahmen eines ‚Asset-Poolings‘ auch für dringende Auslandseinsätze im Dienst der deutschen Exportwirtschaft genutzt werde. Man wird auf Effizienz und Sicherheitsstandards verweisen. Der emotionale Kern – die sechs Jets als Sinnbild einer abgehobenen Führungsetage – wird man nicht erreichen.“ Ein ehemaliger Aufsichtsrat des DAX-Konzerns, heute als Consultant tätig, sieht die Gefahr jedoch tiefer: „Dieser Vorfall hat das Potenzial, jene ‚systemische Diskrepanz‘, die seit der Dieselkrise schwelt, endgültig ins kollektive Bewusstsein zu heben. Es geht nicht mehr nur um Abgaswerte, sondern um die grundsätzliche Frage der Verteilung von Raum, Zeit und Ansehen in der Republik. Das ist eine symbolische Schlacht, die VW verlieren kann, selbst wenn juristisch alles in Ordnung ist.“
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.