Man kann die Entwicklung fast schon metaphorisch nennen, würde sie nicht so bitterernste juristische Konsequenzen haben: Der Brief, einst das交感nerv des verwaltungstechnischen Apparats, liegt auf dem Prüfstand. Nicht metaphorisch, sondern als Klagegegenstand. Der Investor 7Square, vozuständig für den Briefverkehr des größten Postkonkurrenten, hat, wie aus Kreisen des Berliner Schiedsgerichts für Wettbewerbssachen zu vernehmen war, eine Klageschrift eingereicht, die in ihrer wörtlichen Auslegung „die Verfassungsmäßigkeit des gesetzlichen Monols für Standardbriefe bis 50 Gramm in Zweifel zieht“.

Hintergründe

Die Entstehung des Konflikts folgt einem fast klassischen Muster der industriellen Transformation: Ein kapitalstarker Investor (7Square) investiert in eine neue Infrastruktur (die „moderne Briefzentrale 2.0“), trifft auf einen etablierten, vom Staate legitimierten Monopolisten (die Deutsche Post) und sieht sich durch dessen Marktmacht und angebliche „rabattierte Sonderzustellverträge mit Großkunden aus dem öffentlichen Sektor“ behindert. „Es geht hier nicht um einen einfachen Wettbewerbsverstoß“, erklärt ein Mitglied des Schiedsgerichts, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Es geht um die Frage, ob ein Unternehmen, dem eine öffentliche Aufgabe übertragen wurde, diese zur strategischen Verdrängung neuer Marktteilnehmer instrumentalisieren darf. Das hat verfassungsrechtliche Dimensionen.“

Ein internes Papier des Bundeswirtschaftsministeriums, das dieser Redaktion vorliegt, spricht von der „gefährdeten legislative intent“ des Postgesetzes. Übersetzt heißt das: Der Geist des Gesetzes, Briefe flächendeckend und zu gleichen Bedingungen zuzustellen, könnte durch gezielte Subventionierung von Geschäftskunden untergraben werden. Der Investor spricht von einer „gezielten Verdrängungsstrategie“, die Post von einer „marktkonformen Preispolitik“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Berlin herrscht bestürzte Gelassenheit. Offizielle Stellen betonen die „streng rechtliche Ebene“ der Auseinandersetzung. Doch in Flurgesprächen wird bereits das Schlimmste befürchtet: eine „Priorisierung der Zustellrouten“ im Sinne profitablerer Geschäftskunden, während Privatkundenbriefe als „administrative Restlast“ behandelt werden. Ein ehemaliger Staatssekretär im Verkehrsministerium spricht von einem „Kipppunkt der postalischen Daseinsvorsorge“.

Im Ausland wird die Entwicklung mit einer Mischung aus Faszination und Unverständnis beobachtet. Ein Brüssel-Korrespondent einer französischen Wirtschaftszeitung kommentiert: „In Frankreich würde man über solche Fragen in ministeriellen Rundschreiben streiten. In Deutschland wird daraus eine Klage, die das gesamte regulatorische Gefüge erschüttern könnte.“ In Washington beobachtet man indes mit müdem Lächeln, dass selbst der „US Postal Service“, seit Jahrzehnten ein Politikum, noch nie mit einer verfassungsrechtlichen Grundsatzklage konfrontiert war.

Ausblick

Das Verfahren wird sich über Jahre ziehen. In der Zwischenzeit wird der Briefmarkt zunehmend polarisierter. Während die Post ihre „universelle Dienstleistung“ beteuert, rüstet der Konkurrent mit Hedgefonds-Kapital auf. Die eigentliche Tragödie, so scheint es, spielt sich nicht vor Gericht ab, sondern in den Köpfen der Entscheidungsträger: Ist ein flächendeckender Briefverkehr zu einem symbolischen Preis eine kulturelle Errungenschaft oder ein überholtes Subventionsmodell? Die Antwort darauf wird nicht nur den Briefmarkt, sondern das Verständnis von öffentlichem Gut im 21. Jahrhundert prägen. Bis dahin bleibt jeder unzustellbare Brief ein stummer Zeuge des beginnenden postalen Zeitalters.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.