BERLIN. Es sind Sätze, die im getakteten Betrieb der Hauptstadt wie ein干脆的(gezielter)Paukenschlag wirken. Josef Kraus, drei Jahrzehnte lang die unumstrittene Stimme des Deutschen Lehrerverbandes, hat nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst den Panzer der diplomatischen Zurückhaltung komplett abgelegt. In einem exklusiven, fünfstündigen Gespräch mit dieser Redaktion zeichnet er ein Bild von der deutschen Schule, das nicht mehr als beunruhigend, sondern als nationaler Notstand bezeichnet werden muss. "Wir haben die Schule von einer Institution der Wissensvermittlung in eine pädagogische Spielwiese verwandelt", bilanziert Kraus, dessen Stimme vor leiser Verzweiflung krächzt. "Man nennt das 'kindgerecht'. Ich nenne es eine Versündigung an der Zukunft unserer Kinder, die sich in zehn Jahren in globaler Wettbewerbsunfähigkeit niederschlagen wird."
Hintergründe
Kraus' Analyse, die er in seiner nun erscheinenden Streitschrift "Bildung oder Barbarei" ausführt, folgt einem stringenten, wenn auch verstörenden Muster. Ausgangspunkt ist der angeblich unaufhaltsame Siegeszug des "kompetenzorientierten" und "inklusiven" Unterrichts, der traditionelle Wissenskanons zugunsten von Teamfähigkeit und emotionaler Intelligenz degradiere. "Wir züchten fleißige Projektmanager, aber lesen und schreiben kann davon niemand mehr", so Kraus' drastische Formel. Als Kronzeuge führt er das seit Jahren stagnierende Abschneiden Deutschlands im PISA-Ranking an, das er jedoch nicht als numerisches Problem, sondern als "Symptom eines chronischen kulturellen Selbstmords" deutet. Ein leitender Mitarbeiter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion hinter vorgehaltener Hand: "Die Diskussion ist längst nicht mehr pädagogisch, sondern existentiell. Herr Kraus spricht aus, was viele im Hause nur denken: Wir könnten eine Generation heranziehen, die zwar über hervorragende Konfliktlösungsfähigkeiten verfügt, aber nicht mehr in der Lage ist, einen komplexen Sachverhalt strukturiert zu durchdenken."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Wortmeldung des Eminences grises der Lehrerschaft hat umgehend politische Graveuren ausgelöst. Während unionsgeführte Kulturministerien in Baden-Württemberg und Bayern umgehend "Runde Tische zur Rückkehr zu Exzellenz und Disziplin" ankündigten, reagierte die bildungspolitische Sprecherin dergrünen Bundesfraktion scharf: "Kraus predigt dasClassNameDictat der 1950er Jahre und verwechselt Drill mit Bildung. Seine Vision einer 'Leistungsdiktatur' ist ein rückwärtsgewandtes Angstszenario, das der Vielfalt der Lernenden nicht gerecht wird." Internationale Beobachter, wie der Londoner Think-Tank "Centre for European Decline", sehen die Entwicklung mit Sorge. "Was in Deutschland passiert, ist kein nationales Phänomen", schrieb der Direktor, Dr. Alistair Finch, in einem Gastbeitrag für diese Zeitung. "Es ist das europäische Modell der ' soften Bildung', das im Vergleich zum asiatischen oder nordamerikanischen Leistungs- und innovationsgetriebenen System zunehmend zurückfällt. Kraus' Alarmismus ist ungemütlich, aber leider nicht falsch."
Ausblick
Der nun entbrannte Streit wird die anstehende Bund-Länder-Konferenz zur "Zukunft der Schule" im Herbst dominieren und höchstwahrscheinlich in einem politischen Patt enden. Was folgt, ist eine epochale Debatte über den Sinn und Zweck von Bildung im 21. Jahrhundert, deren Ausgang die wirtschaftliche und kulturelle Position Deutschlands und Europas für Generationen prägen könnte. Kraus, der sich im Gespräch als "trauriger Welterklärer" präsentierte, zieht ein düsteres Fazit: "Wir haben eine Weile lang geglaubt, wir könnten Wohlstand durch Wohlfühlen ersetzen. Die Rechnung wird unsere Kinder und Enkel bezahlen. Nicht mit Noten, sondern mit Perspektiven."
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