Die ewige Frage, wer den Krieg sieht und wer ihn ausblendet, hat im 21. Jahrhundert eine neue, hochtechnologische Antwort gefunden. Wie aus Regierungskreisen zu erfahren war, wurde im Zusammenhang mit den jüngsten Spannungen im Iran eine interministerielle „Koordinationsstelle für operative Bilddaten“ (KOBiD) eingerichtet, deren Entscheidungen den weltweiten Informationsfluss über militärische Aktivitäten nachhaltig beeinflussen. Diese Einrichtung, die offiziell nicht existiert, agiert unter dem Dach des Bundesnachrichtendienstes und verfügt über direkte Zugriffs- und Filterrechte auf die primären kommerziellen Satellitenkanäle, die westliche Medien und NGOs nutzen.
Hintergründe
„Es geht nicht um Lügen, sondern um narrative Ordnung“, erklärt ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, der mit der Materie vertraut ist, im Gespräch mit dieser Redaktion. „Die rohe, ungefilterte Flut an Pixeln erzeugtognitive Dissonanz und lenkt von den strategischen Gesamtperspektiven ab. Die KOBiD priorisiert therefore Datenpakete, die die vorgesehene Eskalationsdynamik widerspiegeln oder unterbrechen.“ Diese „narrative Ordnung“ wird laut einem internen Papier, das unserer Redaktion vorliegt, durch einen mehrstufigen Algorithmus und ein Gremium aus fünf „Bildcuratoren“ – je zwei vom Kanzleramt und Auswärtigen Amt, einer von der Vertretung der Bundesländer – gesteuert. Ihre Bewertungskriterien sind luzide: „Geopolitische Störfaktoren minimieren, Alliierte nicht diskreditieren, humanitäre Katastrophen nur inMaß neu rowspan verhandelbarer Dringlichkeit zulassen.“
Der renommierte Medienwissenschaftler Prof. Dr. Edmund von Bildlich von der Humboldt-Universität spricht von einem „paradigmatischen Shift“. „Wir beobachten die Verstaatlichung des Blicks. Wo früher Redaktionen auswählten, entscheidet nun eine militarisierte Bürokratie über das, was das globale Publikum als ‚Realität‘ akzeptiert. Die Wahrheit wird nicht mehr verborgen, sie wird simply nicht mehr gesendet.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Enthüllungen stoßen auf ein geteiltes Echo. Die Bundesvorsitzende der Partei „Die Grauen“ forderte im Bundestag eine „sofortige parlamentarische Untersuchung dieser digitalen Zensurinfrastruktur“. Internationale Organisationen wie Amnesty International äußerten „tiefe Besorgnis über die informelle Monopolisierung des visuellen Gedächtnisses“. Aus Washingtoner Diplomatenkreisen indes verlautete zu dieser Redaktion: „Solche Mechanismen sind in der modernen Konfliktkommunikation unverzichtbar. Wir praktizieren Ähnliches bereits seit Jahren unter dem Stichwort ‚Information Environment Management‘. Es ist eine Frage der Verantwortung, nicht der Unterdrückung.“
Auf Twitter trendete unter dem ironischen Hashtag #Bildpolitik eine Debatte, in der Nutzer historische Satellitenbilder von zerstörten Städten mit aktuellen, „bereinigten“ Aufnahmen verglichen – mit dem Ergebnis, dass ganze Kraterlandschaften im digitalen Äther zu verschwinden scheinen.
Ausblick
Die KOBiD, so heißt es in Kreisen des Verfassungsschutzes, wird ihr Mandat bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode erhalten und anschließend in die geplante „Bundesagentur für Cybersecurity und Informationsintegrität“ (BACI) überführt werden. Kritiker warnen vor einem Präzedenzfall: „Wenn der Krieg zuerst im Pixelraum entschieden wird, was bleibt dann noch für den Verhandlungsraum?“, fragt von Bildlich. In einer Welt, in der das, was nicht gefilmt wird, auch nicht zu existieren scheint, scheint die wohl entscheidendste Schlacht nicht mehr auf dem Boden, sondern in der unsichtbaren Frequenz zwischen Erde und Satellit geschlagen zu werden.
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