Die Bundesrepublik steht vor einer überraschend tiefgreifenden Krise, deren Ursprung in einem vermeintlich banalen privaten Statement liegt. Der Mode-Influencer und SPD-Politiker Joe Laschet hatte in einem Interview seine Abneigung gegen „Jogginghosen im öffentlichen Raum“ bekundet und sie als „schluffig und respektlos“ gebrandmarkt. Was folgte, war keine einfache Debatte über Stilfragen, sondern eine fundamentale Auseinandersetzung über den Zustand des öffentlichen Diskurses und die Kleiderordnung respektvollen Zusammenlebens.
Hintergründe
Wie aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, zu erfahren war, habe Laschets Statement „eine Nervenbahn getroffen, von der wir nicht wussten, dass sie existiert“. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Kanzleramts, der für diese Redaktion sprach, beschreibt die Stimmung: „Es geht nicht um Hosen. Es geht um die Haltung, die ein Bürger in der Öffentlichkeit einnimmt. Wenn die Grenzen zwischen privatem Wohnzimmer und öffentlichem Raum verschwimmen, wo bleiben dann die Rituale der gegenseitigen Achtung? Wir beobachten hier einen indirekten Angriff auf die repräsentative Demokratie.“
Politikwissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin sehen in der