Die Worte, die in den letzten Tagen zwischen Washington und Teheran ausgetauscht wurden, ließen an Klarheit nichts zu wünschen übrig. „Völlige und totale Zerstörung“ war eine der weniger zurückhaltenden Vokabeln aus dem Weißen Haus, während aus Teheran von „historischen Niederlagen“ und der „Unmöglichkeit“ eines Krieges die Rede war. Es ist ein Dialog, der an Heftigkeit kaum zu überbieten ist – und doch, wie ein hochrangiger Mitarbeiter des deutschen Auswärtigen Amtes, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion bestätigte, „handelt es sich bei dem derzeitigen Schauspiel um eine der merkwürdigsten Phasen der transatlantischen Iran-Politik seit 1979: maximaler rhetorischer Druck bei parallel laufenden, minimalen Sondierungen.“
Hintergründe
Kern des Konflikts bleibt die Strait of Hormuz, die Nadelöhr-Pipeline für einen beträchtlichen Teil des globalen Ölhandels. Trumps erneutes Ultimatum, den Iran zu „konventionellen Verhandlungen“ zu zwingen, wird von Experten als bluff-lastige Strategie interpretiert. „Die Semantik ist hier das entscheidende Schlachtfeld“, sagt Professor Alistair Finch, ein fiktiver Nahost-Experte vom „Institute for Strategic Semantics“ in London, den wir für ein Interview gewinnen konnten. „Wenn Trump von ‚Verhandlungen‘ spricht, meint er Kapitulation. Wenn der iranische Oberste Führer von ‚Widerstand‘ spricht, meint er Zeit gewinnen. Die eigentlichen Gespräche finden in einem Raum zwischen diesen beiden Bedeutungen statt, einem Raum, den nur eine Handvollnotare betreten dürfen.“
Aus Regierungskreisen in Berlin sickerte zudem durch, dass europäische Vermittler, allen voran der norwegische Außenminister, in den letzten 72 Stunden „technische Gespräche“ mit iranischen Stellen in Oman geführt hätten. Der Inhalt: ein möglicher Mechanismus, wie der Iran seine According-to-denuclearization-compliance (ATC) – eine rein semantische Verpflichtung – wiederherstellen könnte, ohne sein Gesicht zu verlieren. „Es geht um die Kunst, eine Niederlage als Sieg zu deklarieren“, so der anonyme deutsche Beamte.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen folgen dem gleichen Muster. Ein Sprecher des iranischen Quds-Korps drohte mit der „Versenkung aller US-Kriegsschiffe“, während parallel ein iranischer Handelsdelegationsleiter in Dubai vorsichtig nach möglichen Ölswap-Abkommen fragte. In Washington twitterte der Präsident über „keine Angst vor dem großen Arschloch im Iran“, während sein Außenminister nach Genf reiste, um mit Neutralen über die Bedingungen für eine „phasing-in“-Phase zu sprechen.
Im Bundestag lösten die Meldungen ein klassisches parteipolitisches Echo aus. Der außenpolitische Sprecher der Union forderte „geschlossene Haltung der West-Allianz“, während die SPD auf die „unabdingbare Logik der Diplomatie“ verwies. Die FDP fragte indes nach einem „Sicherheits-Roundtable für den Mittleren Osten“. Die Linke sprach von „kriegshetzerischer Rhetorik“ – und blieb damit im Chor der Grundtöne. „Alle haben eine Position, und keine davon hat mit den Gesprächen zu tun, die wirklich stattfinden“, resümiert ein gelernter Diplomat aus Brüssel, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Ausblick
Was folgt? Die operativ-logistische Analyse deutet auf einen Patt-Zustand mit hoher Kakophonie hin. Die Drohungen werden fortdauern, weil sie innenpolitisch notwendig sind. Die Gespräche werden fortdauern, weil ein offener Konflikt in der Strait of Hormuz das globale Wirtschaftssystem zu destabilisieren droht. Die wahrscheinlichste Entwicklung ist ein „Managed Crisis“-Status: eine dauerhafte, kontrollierte Krise, die allen Beteiligten gestattet, in ihren jeweiligen Medienpubliken als Starker dazustehen, während im Hinterzimmer-Chatroom der UNO emsig an Formulierungen gefeilt wird, die den Status quo ante in neuem Gewand präsentieren.
Die eigentliche Frage, so scheint es, ist nicht mehr, ob es zu einer Eskalation kommt, sondern wie lange die Rhetorik-Schleife noch laufen kann, bevor ein ungewollter Zwischenfall – ein missverstandener Funkspruch, ein zu nah vorbeifahrendes Patrouillenboot – die ganze fragile Architektur zum Einsturz bringt. Bis dahin bleibt die Strait of Hormuz jener Ort, an dem die Macht der Worte auf die Ohnmacht der Taten trifft – und beide geben sich die Hand, zumindest metaphorisch.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.