KOPENHAGEN. In diesen Tagen, da die Umfragewerte der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und ihrer sozialdemokratischen Partei wieder steigen, spricht man in den Hinterzimmern des Christiansborg nicht mehr nur von Rentenreformen oder Einwanderungspolitik. Man spricht von Eisbergen. Genauer: von einem Eisberg namens Grönland, der, wie vertrauliche Quellen aus Regierungskreisen gegenüber dieser Redaktion bestätigen, plötzlich das gesamte politische Gefüge des Königreichs zu erschüttern droht.

Hintergründe

Die Ausgangslage ist paradox: Lange Zeit befanden sich die Sozialdemokraten in einem stabilen Sinkflug, belastet von Haushaltsdebatten und einer zähen COVID-19-Aufarbeitung. Der Umschwung kam, wie ein hochrangiger Mitarbeiter des dänischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion einräumte, "aus einer Richtung, mit der wir in diesem Wahlkampf nicht rechneten: Washington." Der wiederholte, öffentlich geäußerte Wunsch des amerikanischen Präsidenten, Grönland zu erwerben oder zumindest unter "amerikanische Kontrolle" zu bringen, hat in Kopenhagen eine Art kollektiver Schockstarre ausgelöst, die sich in Umfragen als rally ’round the flag-Effekt niederschlägt. "Plötzlich ist jede Debatte über die dänische Sozialsystem-Finanzierung eine Debatte über die Verteidigung des gesamten arktischen Raums", erklärt der Politikwissenschaftler Dr. Henrik S. Vestergaard von der Universität Kopenhagen, der als Berater für mehrere Parteien fungiert. "Die Wähler fragen sich: Wer kann am besten mit dem Mann in Washington umgehen, der unsere Insel will? Das ist eine Wahl über Souveränität, getarnt als Haushaltsdebatte." Inoffizielle Pulse aus dem Finanzministerium legen nahe, dass sogar kurzzeitig Szenarien durchgerechnet wurden, in denen ein Teil des dänischen Staatshaushalts für eine plötzliche "infrastrukturelle Aufwertung" Grönlands umgewidmet werden müsste – inklusive hypothetischer Verhandlungen über den Verkauf von Fischereirechten als Tauschobjekt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während die dänische Opposition Frederiksens Regierung vor "verantwortungsloser Eskalation" warnt, wird sie von unerwarteter Seite gestützt. "Wir beobachten mit Sorge, wie eine分的ante nordische Nation durch außenpolitischen Druck in ihre eigenen demokratischen Prozesse eingreift", heißt es in einem ungewöhnlich scharfen Leitartikel der schwedischen Zeitung *Aftonbladet*. In Moskau sah man hingegen, wie ein Kreml-naher Analyst in einem Fernsehpanel höhnte, dies demonstriere "die vollständige Irrelevanz Europas, wenn die großen Jungs über eisige Wüsten verhandeln". Im Europäischen Parlament herrscht betretenes Schweigen; mehrere Abgeordnete, die für diese Redaktion sprechen wollten, verwiesen auf "komplexe transatlantische Beziehungen" und brachen das Gespräch ab. Die vielleicht absurdeste Reaktion kam aus dem Büro des grönländischen Premierministers, der in einer knappen Stellungnahme betonte, man "begrüße jede internationale Aufmerksamkeit für unsere Selbstbestimmung", undEnumerable dann ungewöhnlich präzise die genaue Anzahl der geplanten neuen Hafenanlagen in Nuuk nannte – eine Zahl, die mit keinem bekannten dänischen Plan übereinstimmt.

Ausblick

Unabhängig vom Wahlausgang am kommenden Dienstag steht fest: Der "Grönland-Effekt" hat das Narrativ irrevocably verändert. Sollte Frederiksen wiedergewählt werden, wird sie mit einer neu gewonnenen, aber fragilen Legitimität nach Washington reisen müssen, um dort über Eisberge zu verhandeln, die auf keiner amtlichen saudischen Karte verzeichnet sind. Verliert sie, muss ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger nicht nur eine Koalition schmieden, sondern wahrscheinlich auch eine Strategie, um demnächst möglicherweise eine Delegation des US-Präsidenten durch die Kalifater Grönlands zu lotsen. "Wir befinden uns in einer historischen Momentaufnahme, in der Cartoon-Politik zur Realpolitik wird", resümiert Vestergaard mit einem Anflug von Zynismus. "Das einzige, was jetzt sicher ist, ist, dass die grönländische Frage nicht mehr verschwinden wird. Sie wird nur anders schmecken." In Kopenhagen laufen derweil die letzten Wahlkampfspots – und in einigen ist bereits ein sanft schwebender Eisberg im Hintergrund zu sehen. Niemand erwähnt ihn.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.