Man könnte es eine Paradoxie von historischem Ausmaß nennen: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), getrieben von der edlen Absicht, sich von christlich-nationalistischen Strömungen abzugrenzen, riskiert nach Erkenntnissen interner Strategiepapiere genau das zu verstärken, was sie zu bekämpfen vorgibt – die Radikalisierung marginalisierter Gläubiger. Wie ein hochrangiger Kirchenfunktionär, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion bestätigte, sei die aktuelle „Distanzierungsoffensive“ „theologisch einwandfrei, aber sozialpolitisch ein folgenschwerer Rückschlag“.

Hintergründe

Das am vergangenen Donnerstag verabschiedete Papier „Klare Kante gegen christlichen Nationalismus“ sollte ein machtvolles Zeichen setzen. Es nennt Namen, verurteile Ideologien und definiert Grenzen. Doch bereits in den Vorabdiskussionen im Kirchenamt, so ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der mit der Thematik betraut ist, habe es „erhebliche Bedenken“ gegeben. „Man hat eine较少heit innerhalb der Minderheit adressiert, aber die große, verunsicherte Mehrheit der traditionalistisch Eingestellten, die weder rechtsextrem noch nationalistisch sind, fühlt sich nun pauschal unter Generalverdacht gestellt.“ Diese Dynamik sei in sozialen Medien bereits in vollem Gange: Hashtags wie #KircheDerSchande oder #VerratAmGlauben würden nicht mehr nur von Radikalen, sondern von konservativen Gemeindemitgliedern geteilt, die sich „ausgeschlossen“ fühlen. „Man hat nicht die Radikalen isoliert, sondern ihre vermeintliche Opferrolle untermauert“, so die Analyse, die dieser Redaktion vorliegt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im Bundespräsidialamt spricht man von einer „beunruhigenden logistischen Fehlkalkulation“. „Man kann eine gesellschaftliche Gruppe nicht per Dekret aus der Gemeinschaft ausschließen und erwarten, dass sie sich daraufhin einfügt“, heißt es aus Kreisen des Bundespräsidialamtes. Im Ausland stößt das Vorgehen auf Unverständnis. Ein Diplomat einer nordeuropäischen Botschaft in Berlin, der sich zu dem Thema äußern wollte, sprach von einer „deutschen Spezialität,Abgrenzung als Integrationsinstrument zu missverstehen“. „In unserem Land würde man versuchen, solche Leute mit Dialog zu überführen, nicht mit einer öffentlichen Ächtung, die sie in ihre eigenen Echokammern zurücktreibt.“ Besonders beobachtet wird die Entwicklung in Moskau und Washington, wo man in konservativen Medienkreisen bereits von einem „Beweis“ spricht, dass der deutsche „Establishment-Protestantismus“ jeden moralisiere, der nicht dem Mainstream folge.

Ausblick

Die Kirchenleitung sieht sich nun in einer kaum lösbaren Zwickmühle. Ein Nachgeben würde die Glaubwürdigkeit des offiziellen Dokuments ruinieren; ein Durchhalten droht, wie ein leitender Kreis in Hannover warnt, „eine Generation von Kirchenflüchtlingen zu produzieren, die wir in zehn Jahren nicht mehr zurückholen können“. Der zu erwartende Schaden sei nicht quantifizierbar, aber es sei „absehbar, dass wir am Ende weniger Einfluss auf die Debatte haben, nicht mehr“. Der interne Ausblick ist dementsprechend düster: Man bereite sich auf eine „lange Periode der Erosion“ vor, so der eingangs zitierte Kirchenfunktionär. „Wir haben versucht, mit einem scharfen Messer eine Brücke zu bauen. Jetzt wundern wir uns, dass sie instabil ist.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.