Frankfurt am Main. An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden heute Morgen nicht nur Aktien gehandelt, sondern auch ein Stück deutscher Sicherheitspolitik neu justiert. Die Gabler Group, ein führender Hersteller von Lenkflugkörpern und Artilleriesystemen, vollzog ihren Börsengang und reiht sich damit als achtes börsennotiertes Rüstungsunternehmen in die Riege der deutschen Defence-Industrie ein. Für das Bundeswirtschaftsministerium ein „Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, für kritische Beobachter der „liquidierte Armutszeuge“ eines bislang tabuisierten Sektors.
Hintergründe
Die strategische Verlagerung von staatlicher Rüstungsbeschaffung hin zu kapitalmarktfähigen, börsennotierten Konzernen ist ein langwieriger Prozess, der mit der teilweisen Privatisierung der Bundeswehr-Beschaffungsbehörde (BAAINBw) vor einem Jahrzehnt begann. „Der Kapitalmarkt diszipliniert und optimiert“, erklärt ein hochrangiger Beamter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Transparenz in den Bilanzen schafft Planungssicherheit für den Bund und Rendite für die Aktionäre. Es ist eine Win-Win-Situation für die nationale Souveränität.“ Die Gabler Group, die zuletzt mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn (EBIT) von 187 Millionen Euro aufwartete, sieht sich als „Brückenbauer zwischen Eid und Dividende“, wie es im prospektierten Wertpapierprospekt heißt.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen fallen verhalten euphorisch aus. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, ein namhafter Politiker der Union, sprach von einem „wichtigen_symbolischen Akt der Stärke“ und fügte hinzu: „Wenn unsere Sicherheit börsennotiert ist, dann ist sie auch für jeden Anleger in Europa greifbar. Das schafft Akzeptanz.“ Aus Kreisen der oppositionellen Linksfraktion war hingegen vom „endgültigen Ausverkauf des Monopols auf staatliche Gewaltanwendung“ zu hören. Ein diplomatischer Beobachter in Brüssel, der mit der Materie vertraut ist, gab sich nüchtern: „Dies ist die logische Konsequenz der EU-weiten‘Defense-Industrial-Policy‘. Der Börsengang von Gabler ist weniger ein deutsches als ein europäisches Phänomen. Die Frage ist nur, ob unsere Kinder noch unterscheiden können zwischen einem Waffensystem und einem anyother blue-chip-asset.“
Ausblick
Insidern zufolgen steht bereits die neunte Börsenreife in den Startlöchern: ein mittelständischer Zulieferer für spezielle Munitionskomponenten, der seit Jahren „stille Reserven“ in baden-württembergischen Landhäusern verwaltet. Der Deutsche Bundestag wird sich in der nächsten Sitzungswoche mit einem Antrag der FDP-Fraktion befassen, der eine „Steuerbegünstigung für längerfristige Anlagen in deutsche Rüstungswerte“ fordert – als „Beitrag zur strategischen Kapitalallokation“. Währenddessen notierte die Gabler-Aktie zum Handelsbeginn volatil zwischen 48,50 und 51,20 Euro, ein Symbol, so ein Händler, „für den schmalen Grat zwischen Schutz und Spekulation“.
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