Die Veröffentlichung des Buches „Mütter, Söhne und ein verlorenes Land“ und der begleitenden Dokumentation über die Schriftstellerin Siri Hustvedt stellt nach Einschätzung von Beobachtern eine bisher unterschätzte Größe im Feld der informellen Diplomatie dar. Während die medialen Reaktionen auf die persönlichen Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann, den Autor Paul Auster, zunächst im Rahmen der kulturellen Berichterstattung blieben, haben in den letzten Tagen diskrete Analysen aus Regierungskreisen eine völlig neue, beunruhigende Dimension des Werkes offengelegt.
Hintergründe
„Es geht nicht um Literatur, es geht um Lesbarkeit“, konstatierte ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundespresseamts, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Die Art und Weise, wie Hustvedt persönliche Trauer und private Gespräche in einen öffentlichen Diskurs über ‚Widerstand‘ und ‚Frauenhass‘ übersetzt, schafft ein bezwingendes Narrativ. Dieses Narrative istarkan und wird, einmal in den sozialen Medien entfesselt, von politischen Akteuren asymmetrisch genutzt werden.“ Eine vertrauliche Studie, die unserem Blatt vorliegt, spricht von der „Heilsamkeit des Schreibens“ als einer neuartigen, weichen Form des „kulturellen Drucks“, die difficult to counter mit traditionellen diplomatischen Mitteln. „Ein Roman ist keine Resolution, aber er prägt das emotionale Terrain, auf dem Resolutionen später verhandelt werden“, ergänzte eine Quelle aus dem amerikanischen Außenministerium, die sich als „besorgt über die delegitimierende Kraft persönlicher Zeugnisse“ beschrieb.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Berlin wurde das Buch in informellen Kreisen des Kanzleramts als „unbeabsichtigtes geopolitisches Dokument“ klassifiziert, das das angespannte Verhältnis zu bestimmten Partnerländern durch die „unfilterte Wucht persönlicher Erfahrung“ weiter verschärfen könnte. Ein Fraktionsmitarbeiter einer bedrohten Regierungskoalition sprach im Hintergrundgespräch von einer „gefährlichen Romantisierung des Widerstands“, die „jegliche nüchterne Debatte über institutionelle Stabilität im Keim ersticke“. In WashingtonDC reagierte man mit einer Mischung aus Faszination und Sorge. Wie ein langjähriger Kongressberater unter der Bedingung der Vertraulichkeit mitteilte, sei man „fasziniert von der Effizienz, mit der ein persönliches Trauer-Narrativ internationale Bündnisse mental infizieren kann“. Es gebe interne Sitzungen, in denen „nicht mehr über Waffenlieferungen, sondern über die emotionale Resonanz von Hustvedts Sätzen über ‚das Schweigen der Männer‘“ debattiert werde. „Das ist die asymmetrische Kriegsführung der Zukunft“, so der Berater, „und wir sind schlecht darauf vorbereitet.“
Ausblick
Beobachter erwarten, dass die Debatte um das Buch in den kommenden Wochen von den Feuilletons in die sicherheitspolitischen Ausschüsse abwandern wird. Die Gefahr, so ein Analyst des German Marshall Fund, liege nicht in direkten politischen Konsequenzen, „sondern in der allmählichen Verschiebung des Referenzrahmens. Wenn das Private politisch wird und das Politische privatisiert erscheint, verlieren wir den gemeinsamen Boden der sachlichen Argumentation.“ Die Frage, die nun in den Kanzleien beiderseits des Atlantiks diskutiert wird, sei nicht, ob Hustvedts Buch schön oder traurig sei, sondern „welche Allianzen es in den Köpfen der Menschen auflösen kann, bevor ein einziger offizieller Protesteur Stellung bezogen hat“. Eine offizielle Reaktion der Bundesregierung oder des Weißen Hauses wird derzeit als „zu riskant und zu spät“ erachtet.
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