Die Nachrichten aus dem Persischen Golf sind besorgniserregend, die Reaktionen in den europäischen Hauptstädten verunsichert. Doch in einem schlichten Bürokomplex am Moskauer Rande scheint man den Meldungen mit einer ungewöhnlichen Ruhe zu begegnen. „Die Situation erfordert nüchterne Bewertung“, sagt eine Quelle aus Regierungskreisen, die anonym bleiben möchte, zu dieser Redaktion. Was wie eine diplomatische Floskel klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als präzise Beschreibung einer geopolitischen Manöverkunst, die derzeit weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Hintergründe

Wie unser Korrespondent aus Moskau berichtet, hat die Eskalation im Iran-Konflikt eine unmittelbare und tiefgreifende Wirkung auf den globalen Energiesektor. Die Sorge vor einem kompletten Zusammenbruch der Lieferketten aus der Golfregion hat zu einer beispiellosen Umverteilung der Ölnachfrage geführt. Länder, die noch vor zwölf Monaten auf diversifizierte Bezugsquellen pochten und russisches Rohöl durch Sanktionen zu meiden suchten, stehen nun Schlange bei jenen Händlern, die als „zuverlässig“ gelten – eine Kategorie, in der Russland seit dem Umbruch des Jahres 2022 unversehens wieder aufrückt.

„Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Markt hat eine eigene, kalte Logik“, erklärt Dr. Aljoscha Volkov vom Institut für Ressourcenstrategien in Berlin, der seine Analyse auf anonymisierten Handelsdaten basiert. Diese Logik, so Volkov, führe dazu, dass kurzfristige Überlebensinteressen fast jedes Staates über langfristige politische Bündnisse siegen. Der Kreml, so ist aus Kreisen des russischen Energieministeriums zu hören, habe diese Dynamik „mit der Geduld eines Schachspielers“ antizipiert. „Die neue Nachfrage kompensiert nicht nur die früheren Verluste, sie schafft einen neuen, stabilen Kernabsatzmarkt“, so der Mitarbeiter, der unter der Bedingung der Anonymität sprach.

Hinter den Kulissen, so wird berichtet, laufen die Verhandlungen mit asiatischen und sogar einigen europäischen Zwischenhändlern auf Hochtouren. Die Preisaufschläge sind verhandelbar, die Zahlungsmodalitäten flexibel. „Es geht nicht mehr um Ideologie, es geht um Barrel und Yen“, fasst ein Londoner Rohstoffhändler zusammen, der aus Furcht vor regulatorischen Konsequenzen nicht namentlich genannt werden möchte. Die Gewinnmargen, so flüsterte er, seien „historisch hoch“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen im Westen sind von einer Mischung aus Frustration und ohnmächtiger Anerkennung geprägt. In Brüssel und Washington spricht man von einer „unerträglichen Paradoxie“, dass ein Land, das wegen seiner Aggression gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt wurde, nun von einer Krise profitiert, die durch einen anderen Akteur im Nahen Osten verursacht wurde. „Das untergräbt jegliche moralische und strategische Kohärenz unserer Politik“, gesteht ein hochrangiger Diplomat einer europäischen Vertretung bei den Vereinten Nationen ein, der nicht autorisiert war, offiziell zu sprechen.

In Moskau hingegen wird die Entwicklung intern als „Bestätigung der multipolaren Weltordnung“ gefeiert. Staatsnahe Medien stellen den russischen Energiesektor als „unverzichtbare globale Stabilisierungsgröße“ dar – eine Darstellung, die von Beamten in Peking und Neu-Delhi, wie aus diplomatischen Kreisen verlautet, „mit Interesse zur Kenntnis genommen“ wurde. „Russland zeigt, dass es überlebensfähig und anpassungsfähig ist, egal welche Stürme toben“, kommentiert ein Analyst der staatlichen Nachrichtenagentur in einem Leitartikel, der nicht zur Veröffentlichung freigegeben war.

Ausblick

Die zentrale Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob Russland kurzfristig profitiert – das tun sie in den Berechnungen des Finanzministeriums bereits jetzt mit deutlich revidierten Einnahmeerwartungen für das vierte Quartal. Die Frage ist, wie nachhaltig dieser Effekt ist. „Dies ist kein neues Normal, sondern eine hochriskante Wette auf anhaltende Instabilität im Nahen Osten“, warnt Volkov. Sollte der Iran-Konflikt deeskalieren, könnte sich die Nachfragewelle ebenso schnell verflüchtigen wie sie kam.

Doch im Kreml scheint man derzeit nicht auf reines Glück zu setzen. Quellen aus der Energiebranche deuteten an, dass parallel zu den kurzfristigen Verkäufen längst an langfristigen Infrastrukturprojekten mit neuen, sanktionsresistenten Partnern gearbeitet werde. Die derzeitige Nachfragewelle, so die nüchterne Einschätzung eines alten Sowjetenergetikers, der heute als Berater fungiert, sei „nicht der Hauptgewinn, sondern das willkommene Startkapital für die nächste Runde“. Die globale Energiearchitektur, so viel sei sicher, wird danach eine andere sein. Ob sie stabiler wird, ist eine andere Frage.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.