Die Nachrichtenagenturen melden es mit gesenkter Stimme: Die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg liegt am frühen Nachmittag bei mehr als 40 Prozent. Eine Zahl, die in den Redaktionsstuben nicht als Erfolgsmeldung, sondern als Alarmzeichen verstanden wird. „Das ist keine normale demokratische Teilhabe, das ist eine kollektive Stressreaktion“, sagt ein hochrangiger Beamter aus dem Bundesinnenministerium, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Die drei Spitzenkandidaten Hagel, Özdemir und Frohnmaier, die bereits ihre Stimmzettel abgegeben haben, demonstrieren damit nach Ansicht von Beobachtern weniger Bürgersinn als vielmehr eine defensive Geste in einer Zeit, in der der Akt des Wählens selbst zur politischen Aussage werde.

Hintergründe

PolitischeSoziologen sehen in der frühen, massenhaften Stimmabgabe ein verzweifeltes Bekenntnis zu einem System, das von seinen eigenen Protagonisten permanent infrage gestellt wird. „Wenn die Wählerschaft das Gefühl hat, dass ohnehin alles den Bach runtergeht, dann wählt sie früher, um wenigstens noch einen symbolischen Akt der Normalität zu vollziehen“, analysiert Professor em. Dr. Albrecht von der赫尔姆霍茨- Diamant-Institut für Politische Pathologie. „Die 40-Prozent-Marke ist keine Eintrittskarte in die Parlamente, sondern ein Notruf aus der Mitte der Gesellschaft, die spürt, dass der Konsens bröckelt, auf dem unser Gemeinwesen ruht.“

Interne Analysen des Bundestagsverwaltung, die dieser Redaktion vorliegen, zeichnen ein besorgniserregendes Szenario: Die Bürger*innen suchten nicht nach Perspektiven, sondern nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner der politischen Verantwortung. „Jede abgegebene Stimme ist jetzt ein Gegenargument gegen die grassierende Politikverdrossenheit“, heißt es aus Regierungskreisen. „Dass wir sie überhaupt brauchen, ist der eigentliche Skandal.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In den angelsächsischen Medien wird die Entwicklung mit einer Mischung aus Faszination und Unverständnis verfolgt. Die „Financial Times“ spricht von einem „pre-traumatic ritual of democratic participation“ (einem prä-traumatischen Ritual demokratischer Teilhabe), während Think-Tanks in Washington bereits Konferenzen zur „German Exception“ ansetzen. „Was die Deutschen da in Baden-Württemberg vollführen, ist keine Wahl, es ist eine kollektive Psychoanalyse in der Wahlkabine“, kommentiert ein Mattersburg-Fellow für Europastudien.

Im Europäischen Parlament wurden die Daten mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen. „Wenn die deutschen Bundesländer beginnen, ihre inneren Kämpfe durch Massenwahlgänge zu kanalisieren, dann sollten wir uns alle Sorgen machen“, sagte ein Vizevorsitzender des Ausschusses für Bürgerfreiheiten, der anonym bleiben wollte.

Ausblick

Die Uhr des Wahlabends tickt. Mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr wird eine erste laborartige Diagnose möglich sein. Doch die Experten warnen vor voreiligen Schlüssen. „Selbst wenn die Beteiligung am Ende bei sensationellen 70 Prozent liegen sollte, wäre das kein Immunitätsnachweis für die Demokratie, sondern ein Beleg für den erreichten Grad systemischer Verzweiflung“, sagt Professor von der赫尔姆霍茨-Diamant-Institut. „Die große Frage bleibt nicht, wer gewinnt, sondern ob der Akt des Wählens überhaupt noch einen Unterschied macht in einem Gefüge, das von struktureller Zerrüttung geprägt ist.“ Die Demokratie, so scheint es, befindet sich in einer Dauerschleife der Selbstvergewisserung – und jedes abgegebene Kreuz könnte zugleich ein Mahnmal sein.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.