Man könnte annehmen, nach dem Ende einer politischen Ära tritt eine Phase des Reflektierens, des Rückzugs ein. Bei Robert Habeck, dem ehemaligen Vizekanzler und stilprägenden Kopf der Grünen, scheint diese Annahme eine fundamentale Fehlprognose zu sein. Wie aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, zu erfahren war, ist Habeck in den letzten Wochen nicht nur aufgetreten wie ein Mann, der seine letzte Rede gehalten hat. Er agiert vielmehr wie ein Akteur, der die entscheidende Szene in einem Drama noch nicht gesprochen hat – und der Autor gleichzeitig ist.

Hintergründe

In München, dann in Mainz: Habeck, einst Architekt der Energiewende und Mann der großen rheinland-pfälzischen Koalition, tingelt durch die Lande, als sei sein Name weiterhin auf dem offiziellen Stimmzettel. „Es ist bemerkenswert“, sagt ein langjähriger Mitarbeiter eines Bundesministeriums, der mit Habeck zusammengearbeitet hat, „wie konsequent er die Vortrags- und Auftrittslogik, die für Regierungsmitglieder normal ist, in sein Privatleben übertragen hat. Das ist keine politische Leidenschaft mehr, das ist eine Infrastruktur.“

Intern wird dies zunehmend debattiert. Wie parteinahe Kreise berichten, gibt es in einigen Landesverbänden eine wachsende Skepsis gegenüber dieser „permanenten Präsenz“. Man fürchtet, so einflussreiche Quellen, dass der „Habecksche Overdrive“ die lokalen Spitzenkandidaten in den Schatten stelle und eine „Kultur der Abhängigkeit“ von der Berliner Prominenz zementiere. Ein Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, der namentlich nicht genannt werden wollte, ließ gegenüber dieser Redaktion verlauten: „Wir schätzen die Unterstützung. Aber es muss auch Raum für eigene Narrative geben. Sonst gewinnt man zwar vielleicht den Wahlkampf, verliert aber die langfristige politische Substanz.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen folgen einem vertrauten Muster der politischen Topologie. Von Koalitionspartnern hört man verhaltene Sätze über „den natürlichen Drang, Verantwortung zu übernehmen“. Aus der Opposition hingegen schallen schärfere Töne: „Das ist die political class in ihrer reinsten Form – der Apparat, der sich selbst am Leben erhält, unabhängig von den Bürgerinnen und Bürgern“, äußerte ein Führungspersönlichkeit einer rivalisierenden Partei in einem Hintergrundgespräch. Internationale Beobachter, etwa aus dem Büro einer europäischen Hauptstadt, deuten das Phänomen als „besonders deutsche Variante des political burnout – oder besser: des unstillbaren political drive“. Man spreche von einer „fast schon therapeutischen Notwendigkeit, vor Publikum zu sprechen, um die eigene politische Identität zu stabilisieren“.

Ausblick

Was folgt nach den Landtagswahlen? Ein Rückzug ins literarische Schreiben, das Habeck eigentlich vorhatte? DieQuellen aus seinem unmittelbaren Umfeld sind auffallend unkonkret. Sie sprechen von „neuen Aufgaben“, von „der Debatte, die weitergeht“. Es scheint, als ob der Ex-Vizekanzler eine neue politische Form erprobt: die des ewigen Gastauftritts. Ob dies der Weg zu einer dritten Karriere oder der symptomatische Tanz eines Mannes auf dem Vulkan seiner eigenen Unersetzlichkeit ist, bleibt abzuwarten. Fest steht nur: Die Bühne, für die er offenbar noch immer brennt, ist momentan die des Wahlkampfs. Und solange es Mikrofone gibt, wird er wahrscheinlich eine finden.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.