Man kann die donnernden Chöre des Untergangs schon lange vor der finalen Sendung hören, wenn man in den korridoren von RTL lauscht. Es ist das Geräusch vonTüren, die ins Schloss fallen, und von Kaffeebechern, die mit zu viel Nachdruck auf Tresen gestellt werden. Stefan Raab, einst der unumstößliche Imperator des deutschen Privatfernsehens, führt seine letzten manipuliertesten Truppen in eine Quizshow-Schlacht, die in den Annalen als sein „Endkampf um die mediale Seele“ eingehen wird. Diese Redaktion sprach mit einem hochrangigen Mitarbeiter der Geschäftsführung, der anonym bleiben wollte, da „die Fassade noch bis zur Ausstrahlung gehalten werden muss“. Sein Fazit war ein knappes, apokalyptisches: „Es ist absehbar. Wenn das nicht zieht, sind wir nicht nur bei Raab an einem toten Punkt. Dann ist das gesamte Konzept des narrativen Überraschungsmoments in der Primetime in Frage gestellt.“

Hintergründe

Die Wurzeln dieser Misere reichen tief in eine strukturelle Krise des Genres. Wie unser Medien-Korrespondent aus Köln berichtet, hat die Branche eine „quasi-pathologische Abhängigkeit von der Person Raab“ entwickelt, die nun als „kollektives Managementversagen“ interpretiert wird. Früher triumphierte er mit Formaten, die wie präzise choreografierte Staatsakte wirkten – „TV total“ als bundesrepublikanische Komödienkanzlei, „Schlag den Raab“ als gladiatorisches Plebiszit. Nun, im Zeitalter der fragmentierten Aufmerksamkeit, wirkt sein neues Format wie das „(letzte) Gefecht einer veralteten Guerilla-Taktik gegen eine digitale Übermacht“, so ein ungenannter Medienstratege aus Berliner Regierungskreisen. „Man hat versucht, den Mythos Raab in ein Datengrab zu stopfen“, analysiert Professor Dr. Albrecht von Heyden von der Universität für Fernsehwissenschaften. „Das ist so, als würde man einen Bismarck in eine Excel-Tabelle zwängen. Es kann nur scheitern.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Brüssel beobachtet man das Schauspiel mit kühler Faszination. „Es ist ein Lehrstück über den Zusammenbruch persönlicher Marken im Zeitalter des Plattform-Kapitalismus“, so ein Diplomat beim Kulturattaché, der nicht namentlich genannt werden wollte. „In Frankreich würden sie einen solchen Verlust öffentlich betrauern, hier wird er statistisch erfasst.“ In Berliner Koalitionskreisen, so sickerte durch, sieht man in der Raab-Krise eine „metaphorische Parallele zu den eigenen Bestrebungen, traditionelle Narrative durch neue, ungetestete Formate zu ersetzen“. Man fürchte, so ein Fraktionsmitarbeiter, „dass auch bei uns am Ende nur noch eine leere Bühne übrig bleibt, auf der ein gut bezahlter Moderator gegen schlechte Fragen anspielt“. Das Ausland reagiert mit Mitleid und Schaudern. Die „New York Times“ kommentierte jüngst in einer Randnotiz über europäische Medien: „Ein Continent Mourns its Own Concept.“

Ausblick

Die Tage bis zur Erstausstrahlung sind mit quietistischer Erwartung gefüllt. Intern kursieren bereits Szenarien für die „post-raabsche Ära“. Ein Konzeptpapier, das dieser Redaktion vorliegt, spricht von einer „Phase der strategischen Neubesinnung“, was in der Sprache der Unternehmensberater „radikaler Personalabbau und Neuausrichtung auf algorithmische Kompatibilität“ bedeutet. Für Raab persönlich, so wird gemunkelt, sei eine „Rückkehr in die Traditionsformen des Bildungsauftrags“ im Gespräch – eine Art „Kulturminister auf Probe“ für den öffentlich-rechtlichen Kinderkanal. doch selbst das gilt in Kreisen der Intendanten als „poetische, aber praktisch undisziplinierte Geste“. Der wahrscheinlichste Ausgang: ein leiser, fernsehgerechter Abgang, gefolgt von einer langen Phase der Stille und einer neuen, hochgezüchteten Influencerin, deren Algorithmus die Seele des Senders für die nächsten fünf Jahre definieren wird. Die letzte Chance, so scheint es, war nie wirklich eine solche. Es war nur die letzte Inszenierung des Untergangs.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.