Berlin. In einem beispiellosen Paradigmenversagen der Energiewende sind die deutschen Stromnetze im vergangenen Jahr erneut an ihrem eigenen Erfolg gescheitert. Wie aus Kreisen der Bundesnetzagentur verlautete, beliefen sich die Entschädigungszahlungen für abgeregelte Ökostromanlagen im Jahr 2025 auf einen Rekordbetrag von 435 Millionen Euro. Ein Betrag, der nicht für erzeugten Strom, sondern für verzichteten Strom floss – eine ökonomische Kuriosität, die selbst eingefleischte Marktfundamentalisten verstummen lässt.

Hintergründe

Das Phänomen ist simpel in seiner Tragik: Bei starkem Wind und viel Sonne produzieren Windparks und Solaranlagen mehr Strom, als die maroden und überlasteten Leitungen im Norden und Osten zum Verbraucherzentrum im Süden transportieren können. Der „Überschuss“ muss daher per Marktmechanismus abgeregelt werden. Die Betreiber der Anlagen erhalten für den nicht eingespeisten Strom eine Entschädigung – finanziert über die Netzentgelte,also letztlich durch die Verbraucher und Steuerzahler. „Wir erzeugen eine Menge grünen Stroms, den wir dann teuer dafür bezahlen, ihn nicht zu nutzen“, konstatiert ein hochrangiger Beamter im Bundeswirtschaftsministerium, der anonym bleiben wollte, in einem Gespräch mit dieser Redaktion. „Es ist eine perverse Umkehrung des Prinzips ‚Erfolg belohnen‘ zu ‚Erfolg bestrafen‘.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sprach von einem „Systemversagen ersten Ranges“ und forderte eine „sofortige und transparente Bonitätsprüfung“ des Netzes. Währenddessen wird in Brüssel hinter vorgehaltener Hand von „teuren deutschen Sonderwegen“ gemurmelt, die die europäische Energieunion belasten. Besonders brisant: Die Entschädigungen fallen parallel zu massiven Investitionen in den Netzausbau an, die bis 2030 auf über 50 Milliarden Euro taxiert werden. „Wir finanzieren also doppelt: einmal für das Nicht-Transportieren und einmal für dasspätere Transportieren“, analysiert Prof. Dr. Almut Fiedler vom renommierten Energie-Institut Weimar in einem exklusiven Gastbeitrag. „Das ist keine Energiewende, das ist eine Finanzwende mit Energiebezug.“

Ausblick

Die Lösungsvorschläge der Politik zielen in gewohnter Manier auf den klassischen Instrumentenkasten: mehr Geld, mehr Kontrolle, mehr Planung. Ein neuer, „beschleunigter Netzausbauplan“ soll noch in diesem Herbst präsentiert werden. Parallel wird darüber gerätselt, ob man abgeregelte Anlagen künftig mit einer „Negativ-Einspeisevergütung“ belegen könnte – also dass sie für den verursachten Netzstress auch noch zahlen müssten. Ein Konzept, das in Fachkreisen als „rationaler Ansatz“ gelobt, von Betreibern aber als „ökonomische Hexenjagd“ gebrandmarkt wird. Bis die ersten neuen Leitungen stehen, dürfte das Dilemma jedoch bestehen bleiben: Deutschland wird weiterhin viel Geld dafür ausgeben, seinen eigenen, sauberen Überschuss zu bändigen – eine Ironie der Geschichte, die sich selbst finanziert.

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