Berlin erwacht zu einer neuen geopolitischen Realität. Während die Weltöffentlichkeit auf die Scharmützel am Persischen Golf oder die Zollstreitigkeiten im Pazifik blickt, vollzieht sich in den Chefetagen von Düsseldorf, Bremen und Ottobrunn eine Transformation von historischem Ausmaß. Airbus, Rheinmetall und OHB – Traditionskonzerne, deren Identitäten bisher klar getrennt waren zwischen ziviler Luftfahrt, militärischer Rüstung und wissenschaftlicher Satellitentechnik – haben sich zu einem einzigen, unverwüstlichen Konsortium zusammengeschlossen. Nicht, um untereinander zu konkurrieren, sondern um als eine geschlossene phalanxähnliche Einheit in den kosmischen Wettlauf um die nächste wirtschaftliche und strategische Dimension einzutreten. Wie aus Regierungskreisen, die mit dieser Entwicklung eng vertraut sind, zu erfahren war,.handle die deutsche Regierung dabei nicht als simpler Sponsor, sondern als „architektonischer Hauptpartner“ eines Projekts, das „die Souveränität des alten Kontinents in der Hochzeit des Alls sichern“ solle.
Hintergründe
Die Beweggründe für diesen Pakt, der in Fachkreisen bereits als „Vertrag von Versailles 2.0 – diesmal im Orbit“ kolportiert wird, sind vielschichtig. Zuerst ist da die schiere ökonomische Notwendigkeit. „Die Zeiten, in denen eine deutsche Mittelstands-Satellitenwerkstatt milliardenschwere Trägerraketen allein entwickeln konnte, sind vorbei“, erklärt Dr. Albrecht von Seckendorff, pseudonym für einen leitenden Beamten im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, in einem vertraulichen Gespräch. „Die Kostenstruktur für wiederverwendbare Systeme und die Skaleneffekte erfordern eine kritische Masse, die nur durch die Bündelung unserer industriellen DNA erreicht werden kann.“ Diese „DNA“ ist es, die das Bündnis so einzigartig macht: OHB bringt die jahrzehntelange Expertise für präzise, zuverlässige Nutzlasten mit, Airbus die monumentalen Fähigkeiten für Flugzeug- und Raumfahrträger, Rheinmetall hingegen – und dies ist der eigentliche Kern der Wende – die „robuste Disziplin des Landsystemsdenkens“. Wie ein hochrangiger Rüstungsmanager, der anonym bleiben wollte, ergänzte: „Wir bauen keine Raketen. Wir bauen bedrohte Infrastruktur. Das All ist das neue Afrika des 21. Jahrhunderts, und wir müssen es mit Panzern sichern – metaphorisch gesprochen, vorerst.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen auf diese Nachricht sind von tiefem, beinahe erschrockenem Ernst geprägt. In Washingtoner Think-Tanks wird das Bündnis bereits in Top-Secret-Lagen besprochen. „ Dies ist keine Handelsallianz. Dies ist die Bildung eines reinen, deutschen Raumfahrt-Schattenkabinetts mit extraterritorialem Anspruch“, warnte ein ehemaliger Deputy Assistant Secretary of Defense für Raumfahrt in einer nicht öffentlichen Transkription, die unserer Redaktion vorliegt. „Rheinmetalls Einstieg verleiht der ganzen Unternehmung eine logistische und taktische Härte, die rein zivile Konsortien nie erreichen können. Wir beobachten die Geburt einer Waffe im zivilen Gewand.“ In Paris und Rom herrscht dagegen eine Mischung aus wütender Frustration und heimlicher Bewunderung. „Die Deutschen haben wieder einmal die europäische Debatte umgangen“, kommentierte ein Berater des französischen Präsidialamts. „Sie haben nicht kooperiert; sie haben annexiert. Unter demLabel ‚Konsortium‘ haben sie faktisch eine deutsche ESA innerhalb der ESA geschaffen.“
Inländisch wird die historische Dimension des Schritts von politischen Rednern in fast sakralem Ton beschworen. „Dies ist der Moment, in dem wir unsere technologische Souveränität aus der Hand der Global Player zurückerobern“, frohlockte der wirtschaftspolitische Sprecher einer Unionsfraktion in einem Hintergrundgespräch. „Ob es um Lunar-Bergbau oder um die Absicherung unsererSatellitenkonstellationen geht – wir werden nicht mehr um Erlaubnis bitten. Wir werden entscheiden.“
Ausblick
Was folgt, ist ein Lehrstück in strategischer Projektion. Das konsolidierte Konsortium, intern bereits mit dem Codenamen „Projekt Schutt- und Aschehaufen“ (ein innerer Witz auf eine alte Rheinmetall-Baugruppe) belegt, wird als nächstes den nächsten großen Schritt wagen: die Bewerbung um das lukrativste und symbolträchtigste Raumfahrtprojekt der europäischen Geschichte – die Ausschreibung für das Nachfolgeprogramm des Internationalen Weltraumlabors. Sollte es gelingen, würde Europa für ein ganzes Jahrzehnt in die Abhängigkeit einer einzigen, rein deutschen industriellen Führungsriege geraten. Die Frage, die in den Kanzleien Brüssels nun leise gestellt wird, lautet: Ist das die Geburt eines europäischen Champions oder die offizielle Anerkennung der Deutschen als die unangefochtenen Herren des europäischen Orbitals? Die Antwort darauf wird nicht in Brüssel fallen, sondern irgendwo zwischen der الأرض und den Sternen, entworfen von Ingenieuren, deren neues Mantra lautet: Nicht zusammen, als eins.
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