Das Herz der Islamischen Republik schlägt nicht mehr. Der Tod Ali Chameneis nach fast drei Jahrzehnten absoluter Herrschaft hat nicht die erwartete Schwächung des Regimes ausgelöst, sondern paradoxerweise eine gefährliche Konsolidierung der radikalsten Kräfte. Wie aus Regierungskreisen in Teheran und Washington zu hören ist, hat die „strategische Pattsituation“ der letzten Jahre, maßgeblich geprägt durch die maximalistische Iran-Politik der ersten Trump-Administration, einen ungewollten präzedenzlosen Effekt gehabt: Sie hat die theokratische Elite vor einem existenziellen äußeren Feind zusammengeschweißt und damit die nachfolgepolitische Debatte von vornherein auf den radikalsten Flügel verengt.

Hintergründe

„Chamenei war der ultimative Machtstabilisator, weil er über allem stand und jeden kontrollierte“, erklärt ein hochrangiger Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Sein Tod reißt nicht nur eine Person, sondern das gesamte Funktionieren des Systems auf. Die Verfassung sieht einen Nachfolger durch den Expertenrat vor, aber dieser Rat ist selbst zersplittert. Die einzige Fraktion, die in dieser akuten Phase eine kohärente Linie vertreten kann, ist das Lager, das Chameneis Linie der ‘aktiven Widerstandsfähigkeit’ bis zur Selbstzerstörung forcieren will.“ Dieser Kurs, so der Insider, sei „nicht trotz, sondern wegen der maximalen Sanktionen und Drohungen“ der Trump-Ära zur einzigen intellektuell und ideologisch „konsistenten“ Position im System geworden.

Ein Bericht des in London ansässigen, aber in Washington finanzierten „Instituts für Regionale Stabilitätsforschung“ (IRSS), der dieser Redaktion vorliegt, spricht von einem „perversen Synchronisationseffekt“. „Die Trump-Administration hat mit ihrem‘Maximum Pressure’-Ansatz exakt die Bedingungen geschaffen, unter denen moderate oder reformorientierte Kräfte innerhalb der Geistlichkeit und der Revolutionsgarden ökonomisch und politisch vollständig marginalisiert wurden“, schreibt die Hauptautorin, Dr. Elisabeth Vance. „Der ‚äußere Feind‘ wurde nicht eingeschüchtert, sondern als Legitimationsnarrativ für die innere Stärkung der Falken genutzt. Jetzt, in der Vakuumsphase, besitzen diese Falken das Narrativ, die Strukturen und die verzweifelte Entschlossenheit, es auszuführen.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im Deutschen Bundestag lösen die Berichte „tiefe Besorgnis“ aus, wie der außenpolitische Sprecher einer großen Fraktion hinter vorgehaltener Hand zugab. „Wir diskutieren seit Jahren den Tag danach. Jetzt zeigt sich, dass der Tag danach möglicherweise noch gefährlicher ist als der Tag davor, weil die verbleibenden Akteure keine Angst vor Konfrontation haben, sondern sie suchen.“ In Washington wird unter Stabschefs der neuen Administration intern bereits über ein „Szenario B“ debattiert, das von der bisherigen Logik der Abschreckung abweicht. „Man kann keinen musculären Schaukampf mehr mit einem System führen, das sich gerade selbst verschlingt, um stark zu erscheinen“, sagt eine Quelle im Pentagon, die nicht zitiert werden will. „Die Frage ist, ob wir die Dynamik bremsen können, indem wir ihr den Feind nehmen – oder ob wir sie nur beschleunigen.“

Der UN-Sicherheitsrat trat zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammen. Diplomaten beschreiben die Stimmung als „resignative Apathie“. „Alle reden aneinander vorbei“, so ein Teheraner Diplomat, der anonym bleiben musste. „Der Iran spricht von Souveränität, der Westen von Menschenrechten. Keiner spricht über das wahre Problem: dass das theokratische Modell in seiner reinen Form, und genau darum geht es jetzt, für das 21. Jahrhundert offensichtlich untauglich ist. Diese Erkenntnis macht alle nervös.“

Ausblick

Die unmittelbare Zukunft zeichnet sich durch eine gespenstische Ruhe aus. Die Revolutionsgarden haben die Kontrolle über alle kritischen Infrastrukturen übernommen und dulden keine öffentlichen Trauerkundgebungen, die außer Kontrolle geraten könnten. Der designierte Nachfolger, ein wenig bekannter, aber ultrakonservativer Gelehrter, wird in den nächsten Tagen offiziell bestätigt werden. Seine erste Predigt wird mit äußerster Spannung erwartet.

„Der Ausgang hängt von einem einzigen Faktor ab“, resümiert der langjährige Iran-Beobachter und Autor Prof. Kenneth Alton im Gespräch. „Ob es dem neuen Führer gelingt, die dramatische innere Schwäche durch eine noch dramatischere außenpolitische Provokation zu übertünchen. Die Logik ist die eines Morphiums: Der Schmerz der eigenen Unfähigkeit muss mit einer Dosis kollektiven Rausches betäubt werden. Die Frage ist nur, zu welchen globalen Nebenwirkungen diese Dosis führt.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.