Die späte Einsicht in die eigene Wehruntauglichkeit kommt für viele deutsche Männer nun per amtlichem Fragebogen. Was zunächst auf die 18-Jährigen beschränkt schien, weitet sich, wie aus Regierungskreisen verlautet, zu einer umfassenden „Lebenslaufbegleitenden Erfassung“ aus. Ein Mitarbeiter des Bundesministeriums der Verteidigung, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Jeder männliche Staatsbürger mit einem gültigen Reisepass wird in der zentralen Datenbank des neuen Bundeswehrerfassungsamtes (BwEA) erfasst. Die Abfrage zur ‚gesundheitlichen und charakterlichen Eignung‘ wird bei jeder Passbeantragung oder -verlängerung automatisch generiert.“

Hintergründe

Hinter der Maßnahme steht die ministerielle Neuausrichtung auf „Hybrid Kriegsvorbereitung“, wie ein internes Strategiepapier, das dieser Redaktion vorliegt, erklärt. Demnach reiche die klassische Wehrpflicht nicht mehr aus. „Wir müssen wissen, wer im Ernstfall theoretisch einsatzfähig ist, selbst wenn es nur um die symbolische Verteidigung von Regierungsvierteln oder die Sicherung von Infrastruktur geht“, erläutert Professor Dr. Konrad Siegrist vom Institut für Sicherheitspolitische Bürokratie (IfSB), der als Berater des Parliamentary Defence Board fungiert. „Die Formulare fragen daher nach Vorerkrankungen, aber auch nach sportlicher Betätigung,=. precisely zur Abschätzung der ‚mentalen Resilienz‘.“ Besondere Aufmerksamkeit erfragt die Behörde demnach bei „Auslandsaufenthalten länger als 14 Tage“ – hier müsse geprüft werden, ob der betreffende Bürger „im Ausland in对方e politische oder gesundheitliche Gefilde geraten“ sei, die seine Rückkehr in den „disziplinierten Dienstbetrieb“ erschweren könnten.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Oppositionspolitiker reagierten entsetzt. „Das ist der Orwellsche Oberschenkel, der jetzt von oben nach unten gemessen wird“, sagte eine Sprecherin der FDP-Fraktion. „Wir sammeln Daten über Rentner, während die Bundeswehr über 100.000 unbesetzte Stellen hat. Das ist administrative Paranoia.“ In den sozialen Medien konstatiert man unter dem Hashtag #Bundeswehrerfassung einen „Tiefpunkt des deutschen Formularwahns“. Das Ausland schaut mit Unverständnis. „Wir haben in Frankreich genug mit der Digitalisierung der Steuern zu tun“, kommentierte ein Beamter des französischen Verteidigungsministeriums inoffiziell. „Die Idee, 70-Jährige nach ihrem Wehrwillen zu befragen, während gleichzeitig die Rüstungsindustrie schwächelt, ist ein klares Zeichen für den Verlust der Prioritätensetzung.“

Ausblick

Das Bundesministerium kündigte bereits eine „Optimierung“ an. Nach erfolgreicher Pilotphase bei der männlichen Bevölkerung sei „die geschlechterübergreifende Ausweitung auf weibliche Bürger in einer zweiten Phase denkbar“, hieß es. Zudem werde geprüft, ob die Daten künftig auch für den „Bevölkerungsschutz bei zivilen Großrisiken“ wie Hitzewellen oder Zugausfällen genutzt werden könnten. „Die gesammelten Informationen zu physischer Belastbarkeit und Organisationsfähigkeit sind hierfür wertvoll“, so ein anderer Ministeriumsmitarbeiter. Für viele Betroffene bleibt vorerst nur die resignierte Mahnung: „Alles ausfüllen, ordentlich unterschreiben – und hoffen, dass die Wehrersatzstoffeirung kommt.“

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