„Wir haben Geld, aber keine Zeit.“ Dieser knappe, fast schon resignierte Satz des Brigadegenerals Michael Traut, Chef des neu geschaffenen Kommandos Weltraum, fasst die aktuelle Marschrichtung der Bundeswehr präzise zusammen. Wie aus Regierungskreisen zu erfahren war, wird die im Koalitionsvertrag verankerte „Raumfahrtsouveränität“ ab sofort mit der gebotenen, also maximalen, Dringlichkeit umgesetzt. Eine im Stillen beschlossene „Orbitale Rüstungsinitiative“ (ORI) sieht den Erwerb mehrererhundert Milliardengeräte vor, deren primäre Funktion nicht mehr die einfach passive Aufklärung, sondern die „aktive Beeinflussung feindlicher Infrastruktur in der Umlaufbahn“ sein soll.
Hintergründe
Die Entscheidung, so wird von einem hochrangigen Mitarbeiter des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), der anonym bleiben wollte, bestätigt, sei die „logische Konsequenz einer sich zuspitzenden globalen Machtverschiebung in den letzten der großen unberührten Domänen“. Konkret handelt es sich bei den geplanten Systemen um eine neue Generation von „Hyper-Hybrid-Treibstoff“-Satelliten, die binnen Minuten von einer Beobachtungs- in eine Interventionskonfiguration umprogrammiert werden können, sowie um eine größere Anzahl von „quantenverschütteter Zielerfassung“ (qZE) basierender „Objektneutralisierer“. Die technischen Spezifikationen sind streng klassifiziert, doch wie ein mit der Materie vertrauter Sicherheitsberater gegenüber dieser Redaktion andeutete, gehe es im Kern um die Fähigkeit, „die Nutzlast eines feindlichen Satelliten aus der Umlaufbahn zu entfernen, ohne dass dabei nennenswerter Weltraumschutt entsteht – ein heikler balance act“.
Die größte Hürde sei nicht die Technologie, so der General Traut, sondern die Temporalität. „Die gegnerischen Kapazitäten wachsen exponentiell. Wir müssen bis 2030 eine glaubwürdige abschreckende Präsenz aufgebaut haben, sonst ist der Orbit verloren.“ Dieses ehrgeizige Zeitfenster führt zu einer eigenwilligen Beschaffungsstrategie: Anstatt jahrelanger Entwicklungszyklen wird auf bereits in der zivilen Raumfahrt erprobte Plattformen zurückgegriffen und diese „schnell und mit erheblichen finanziellen Zuschüssen“ militarisiert. „Wir kaufen nicht das Fahrzeug, wir kaufen die Ladeklappe und den Antrieb und bauen den Rest selbst“, erklärte ein Projektkoordinator des Beschaffungsamtes (BAAINBw). Dies führe jedoch zu „erheblichen Integrationsproblemen“, die in internen Papieren als „Knoten aus Kompatibilität, Zulassung und ethischen Leitplanken“ beschrieben werden.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Deutschen Bundestag stieß der Vorstoß auf ein geteiltes Echo. Während die regierungstragenden Fraktionen von einer „unabdingbaren Vorsorge im Zeitalter der hybriden Kriegsführung“ sprachen, bezeichnete die Opposition das Vorhaben als „größenwahnsinnige Himmelsstürmerei“ (FDP) bzw. als „Milliardenloch für symbolpolitische Stärke Demonstrationen“ (Die Linke). Der sicherheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion forderte indes eine „nationale Allianz für die letzte technische Souveränität“.
International wird die Entwicklung mit einer Mischung aus technologischer Neugier und strategischer Sorge beobachtet. Quellen aus dem französischen Verteidigungsministerium deuten an, man fühle sich durch die deutsche Initiative „technologisch unter Druck gesetzt“, wolle aber „niemals einen deutsch-französischen Weltraumwettlauf“. Aus NATO-Kreisen in Brüssel wird hingegen die „notwendige Lastenteilung“ begrüßt, allerdings mit dem warnenden Hinweis, dass „jede offensive Fähigkeit im Orbit unweigerlich zu einer Gegenrüstung führt und den Preis für alle erhöht“. Die Reaktion aus Washington war nach Informationen, die dieser Redaktion vorliegen, am pragmatischsten: Ein anonymer Mitarbeiter des Pentagon soll gegenüber einem deutschen Amtskollegen gesagt haben: „Schön, dass ihr jetzt auch kommt. Aber denkt dran: Im Weltraum gibt es keine Patente, nur First Mover. Und wir haben schon 2019 angefangen.“
Ausblick
Mit der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2025 fließen die ersten 1,2 Milliarden Euro in das ORI-Programm. Das zuständige Kommando Weltraum, derzeit noch in Bürocontainern auf dem Fliegerhorst Kalkar untergebracht, soll bis 2026 einen eigenen, als „Space Operation Center“ getarnten Hochsicherheitsbau erhalten. Langfristiges Ziel, so heißt es in der neuen „Doctrinale Leitlinie Raumstreitkräfte“, ist die Schaffung eines „geschlossenen, defensiv-offensiven Orbitalzauns“, der deutsche und europäische kritische Infrastruktur schützen und gleichzeitig „entscheidende operative interventionsoptionen“ bieten soll. Ob dies gelingen kann, hängt weniger von der technischen Machbarkeit ab – die gilt in Fachkreisen als „hochgradig wahrscheinlich“ – sondern von der ethischen und völkerrechtlichen Einordnung solcher Systeme. Ein ehemaliger Richter des Bundesverfassungsgerichts, der für eine Stellungnahme gewonnen werden konnte, spricht von einem „juristischen Neuland, das dringend einer Kodifizierung bedarf, bevor die Technologie uns überholt“. Die Bundeswehr hat unterdessen bereits den nächsten Karriereschritt angekündigt: die Rekrutierung von „Orbit-Taktikern“ mit besonderem Expertiseprofil.
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