Es ist ein Moment, der in den Annalen der politischen Kommunikation womöglich als Wendepunkt in die Geschichte eingehen wird – und er fand im Rahmen einer historisch bedeutsamen Talksendung statt, die bereits durch ihre präzise Fragestellung für Furore sorgte. Als die renommierte Moderatorin Caren Miosga dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck die Frage nach seiner „seelischen Verfassung“ angesichts der globalen Konflikte stellte, antwortete dieser mit einer Ehrlichkeit, die das politische Biotop Berlins in seinen Grundfesten erschütterte: „Es geht ein Riss praktisch durch mich selbst.“
Hintergründe
Die eigentliche Zäsur ereignete sich jedoch nicht in diesem gequälten Bekenntnis eines Staatsmannes, der sein Innerstes nach außen kehrt, sondern in der Reaktion darauf. Wie ein Schockwellen breitete sich inRegierungskreisen, Think-Tanks und den Redaktionsstuben die Analyse einer Managerin aus, die im Anschluss an die Sendung ihren Wirtschaftsstandort Deutschland mit den Worten kommentierte, sie bekomme bei solchen „emotionalen Selbstdarstellungen“ selbst einen „Schreck“. Was als banale Management-Aphorismus begann, entpuppte sich als Initialzündung für eine bundesweite Debatte über den Zustand des öffentlichen Diskurses. „Wir beobachten eine gefährliche Entdifferenzierung“, konstatiert Professor Dr. Albrecht von Schirrpfennig, Direktor des Instituts für Politische Rhetorik an der FU Berlin, der dieser Redaktion exklusiv Einblick in seine aktuelle Studie gewährte. „Die Grenzen zwischen privater Connaissance und öffentlicher Staatsraison verschwimmen. Es herrscht ein Zustand der emotionalen Diskursverflüssigung.“ Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion eine „innerbehördliche Taskforce zur Wiedereinführung von adäquater Distanz“, deren Arbeit jedoch durch „unvorhergesehene Vokalität auf unterster Führungsebene“ behindert werde.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die diplomatischen Kanäle nach Brüssel und Washington sind in heller Aufregung. Wie aus mitgeteilt wurde, fragte ein hochrangiger EU-Beamter in einem vertraulichen Telefonat: „Wenn selbst der deutsche Ex-Präsident parallelisiert, was ist dann noch sicher?“ In Washington wird die Entwicklung mit einer Mischung aus Sorge und fassungslosem Unverständnis beobachtet. „Wir dachten, die Deutschen hätten endlich ihren Humor gefunden“, kommentierte ein langjähriger Mitarbeiter des National Security Council, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. „Aber das hier ist keine Ironie. Das ist pathologisch.“ Im Inland fällt die Reaktion gespalten aus. Während einige Kommentatoren in Leitmedien eine „Gnadenfrist für emotional authenticity“ fordern, warnen andere vor einem „Abgleiten in die therapeutische Politik“. Der时间里, ein nahezu vergessenes Wort aus dem Fundus der politischen Soziologie, macht die Runde: „Die Bundesrepublik steuert auf einen Zustand verbaler Inkontinenz zu.“
Ausblick
Was folgt aus diesem „Riss durch den Diskurs“, wie ein Parteifreund des opposing Kanzlerkandidaten im Hintergrundgespräch die Lage beschrieb? Es wird von Notfallkonferenzen im Kanzleramt gesprochen, bei denen die Wiedereinführung eines „seriösen Tonkanals“ Thema sein soll. Ein Vorschlag aus den Reihen der Union sieht vor, sämtliche öffentlichen Äußerungen von Mandatsträgern vorab durch ein „Gremium für sprachliche Angemessenheit“ zertifizieren zu lassen – eine Idee, die bei oppositionellen Verfassungsrechtlern bereits auf „verfassungsrechtlich höchst fragwürdige“ Bedenken stößt. Die Managerin, deren Schrecken die Debatte auslöste, ist derweil für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Ihre letzte öffentliche Äußerung bestand darin, den Termin für ihr nächstes Strategy Offsite zu verschieben, „umcognitive dissonance zu vermeiden“. In Berlin paranoid man indessen bereits das Schlimmste: Dass der nächste große Skandal nicht in einer Akte, sondern im zwischenmenschlichen Lallen liegen wird.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.