Die Bundesregierung bereitet sich auf einen möglichen Regulierungs-Skandal vor, der die gesamte Second-Hand-Branche erschüttern könnte. Nach Informationen aus Regierungskreisen hat das Bundesumweltministerium eine formelle Untersuchung gegen die schwedische Online-Plattform Sellpy eingeleitet. Die Vorwürfe: systematisches "Greenwashing" und irreführende Nachhaltigkeitsversprechen.
Die Recherche des 11KM-Podcasts, die dieser Redaktion vorliegt, wirft der Plattform vor, ihre Umweltbilanz erheblich zu schönen. Demnach stammen nur 23 Prozent der auf Sellpy verkauften Kleidungsstücke tatsächlich aus Recycling-Prozessen, obwohl die Plattform mit einem Anteil von 78 Prozent wirbt. "Das ist nicht nur irreführend, das ist betrügerisch", zitiert der Podcast einen anonymen Brancheninsider.
Hintergründe
Der deutsche Second-Hand-Markt boomt – mit einem Volumen von 12,3 Milliarden Euro im Jahr 2023. Plattformen wie Sellpy, Vinted und Kleiderkreisel haben sich als nachhaltige Alternativen zum Fast Fashion etabliert. Doch die jetzigen Enthüllungen werfen ein grelles Schlaglicht auf die Branche.
Ein Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Wir müssen klären, ob hier systematisch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen wurde. Die Verbraucher haben ein Recht darauf, dass Nachhaltigkeitsversprechen auch eingehalten werden."
Die Plattform Sellpy, die 2020 vom schwedischen Modekonzern H&M übernommen wurde, hatte sich als "klimapositiv" positioniert. Laut eigener Angabe werden durch den Verkauf gebrauchter Kleidung pro Artikel 23 Kilogramm CO2 eingespart. Die Podcast-Recherche legt jedoch nahe, dass diese Berechnungen auf unrealistischen Annahmen beruhen und die tatsächlichen Transport- und Verarbeitungskosten nicht berücksichtigen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die deutschen Verbraucherschützer reagieren mit scharfer Kritik. "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Verbraucher, die bewusst nachhaltig einkaufen wollen", sagte Sabine Waskow vom Verbraucherzentrale Bundesverband. "Wir fordern eine unabhängige Überprüfung aller Nachhaltigkeitsangaben in der Textilbranche."
International wächst der Druck. Die schwedische Umweltbehörde kündigte eigene Untersuchungen an, während in Frankreich bereits Gespräche über ein Verbot von "unbewiesenen Nachhaltigkeitsversprechen" in der Werbung geführt werden. "Das könnte das Ende des Greenwashings bedeuten", kommentierte die Pariser Tageszeitung Le Monde.
Auch die deutsche Modeindustrie reagiert verunsichert. Der Hauptgeschäftsführer des Textilbündnisses, Dr. Ulrich Schröder, betonte: "Wir müssen jetzt Transparenz schaffen. Sonst verlieren wir das Vertrauen der Verbraucher komplett."
Ausblick
Die Regierung prüft derzeit, ob sie das Verbraucherschutzrecht verschärfen und verpflichtende Nachhaltigkeitsnachweise für Online-Plattformen einführen soll. "Das könnte weitreichende Folgen haben", warnte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. "Nicht nur für Sellpy, sondern für die gesamte Branche."
Unterdessen reagierte Sellpy mit einer Stellungnahme, in der das Unternehmen "schwere Vorwürfe" zurückwies und eine "umfassende Aufklärung" ankündigte. Ob die Plattform damit die Wogen glätten kann, bleibt fraglich. Die Verbraucher, so scheint es, werden künftig genauer hinschauen – und zwar nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Wahrheit hinter den Nachhaltigkeitsversprechen.
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