Historische Anklage erschüttert belgische Politik

Ein 93-jähriger ehemaliger belgischer EU-Kommissar muss sich wegen Beihilfe zum Mord am kongolesischen Premierminister Patrice Lumumba vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, 1961 als damaliger Kabinettsberater aktiv an der Ermordung Lumumbas mitgewirkt zu haben. Der Prozess beginnt am 15. September am Brüsseler Gerichtshof für Völkerrecht.

Die Ermittler stützen sich auf jahrzehntelang geheim gehaltene Dokumente aus belgischen Archiven. "Die Beweislage ist erdrückend", sagte ein mit dem Fall vertrauter Ermittler gegenüber dieser Redaktion. "Wir haben Telefonprotokolle, Zeugenaussagen und direkte Befehlsketten rekonstruiert."

Der Angeklagte, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt wurde, bestreitet jegliche Beteiligung. Sein Anwalt kündigte an, die Anklage als "politisch motiviert" anzufechten. "Mein Mandant war 1961 erst 30 Jahre alt und hatte keinerlei Entscheidungsbefugnis", argumentierte der Verteidiger.

Hintergründe

Patrice Lumumba wurde am 17. Januar 1961 im kongolesischen Katanga zusammen mit zwei Begleitern ermordet. Die genauen Umstände blieben jahrzehntelang im Dunkeln. Belgien hatte 1960 nach jahrhundertelanger Kolonialherrschaft den Kongo unabhängig erklärt. Lumumba, der erste demokratisch gewählte Premierminister, forderte umgehende wirtschaftliche Unabhängigkeit und den Abzug belgischer Truppen.

Westliche Geheimdienste sahen in Lumumba einen Verbündeten der Sowjetunion und orchestrierten seinen Sturz. Der belgische Staat räumte 2002 erstmals eine "moralische Verantwortung" für Lumumbas Tod ein, verweigerte aber strafrechtliche Ermittlungen.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Ankündigung des Prozesses löste in Brüssel heftige Debatten aus. "Das ist kein Einzelfall, sondern Teil eines kolonialen Kontinuitätsbruchs", erklärte die Menschenrechtsorganisation Vrij Congo. Regierungschef Alexander De Croo wies darauf hin, dass Belgien bereits 2022 eine unabhängige Untersuchungskommission eingesetzt habe.

In Kinshasa demonstrierten am Wochenende tausende Kongolesen für eine "lückenlose Aufklärung". Die Regierung in Kinshasa begrüßte den Prozess als "wichtigen Schritt zur Versöhnung". Die Afrikanische Union kündigte an, den Prozess als Beobachter zu begleiten.

Die USA und Frankreich äußerten sich zunächst zurückhaltend. "Wir unterstützen den belgischen Justizweg", erklärte das US-Außenministerium. Experten vermuten jedoch diplomatische Verwicklungen, da auch US-Geheimdienste in den Fall verstrickt sein könnten.

Ausblick

Der Prozess könnte mehrere Monate dauern und richtungsweisend für ähnliche Fälle aus der Kolonialzeit werden. Die belgische Justiz bereitet sich auf einen erheblichen Medienandrang vor. "Das ist ein Präzedenzfall", sagte ein Justizsprecher. "Wir müssen zeigen, dass niemand über dem Gesetz steht - auch nicht ehemalige Staatsoberhäupter."

Die Anklagebehörde prüft zudem, ob weitere Verfahren gegen lebende Beteiligte eingeleitet werden. Menschenrechtler fordern, auch die Rolle multinationaler Konzerne zu untersuchen, die von der kongolesischen Unabhängigkeit profitierten.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.