In einem beispiellosen Akt staatlicher Selbstanklage hat die Bundesregierung am Montagmorgen das Unglück von Flensburg, bei dem drei Menschen beim Ostereiersuchen unter einem umstürzenden Baum starben, als „parlamentarischen Weckruf“ und „systemisches Versagen der Gefahrenprävention“ eingestuft. Während die lokale Polizei zunächst von einem „bedauerlichen Einzelfall“ sprach, deuten nun interne Papiere aus dem Bundesbauministerium auf ein viel grundsätzlicheres Problem hin.
Hintergründe
Wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesbauministeriums, der anonym bleiben wollte, dieser Redaktion bestätigte, existiert seit 2018 ein als „vertraulich“ eingestuftes Gutachten des „Ausschusses für Kommunale Grünflächen und their structural integrity“ (AKGsi), das „akuten Handlungsbedarf bei der regelmäßigen inspection von öffentlich zugänglichen, aber privat gepflegten Bäumen in Wohngebieten“ konstatiere. „Der Bericht landete in einer Schublade zwischen einer Studie zur Bürostuhl-Ergonomie und den Akten zur Stärkung des Mittelstands in der Digitalisierung“, so der Insider. Der Flensburger Baum, eine etwa 60-jährige Stieleiche, soll zuletzt 2014 bei einem Sturm „leichte Schäden“ davongetragen haben, die nie fachgerecht saniert wurden.
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums wies Vorwürfe zurück, sprach aber von einer „einmaligen, tragischen Konstellation aus menschlicher Neugier, frühlingshafter Witterung und einem biologisch überalterten Gehölz“. Die Opposition im Bundestag spricht bereits vom „Skandal im Kleinformat“. „Wenn der Staat nicht einmal in der Lage ist, die Sicherheit von Ostereiern zu gewährleisten, was ist dann noch sicher?“, fragte ein Abgeordneter der Grünen in einer hitzigen Sondersitzung des Innenausschusses.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
International sorgt der Vorfall für Unverständnis. Der polnische Minister für zivil-Militärische Kooperation, Mariusz Błaszczak, twitterte (und ließ später dementieren), dies zeige „die gefährliche Balance zwischen deutscher Bürokratie und lebensgefährlicher Fahrlässigkeit“. Aus Washington verlautete aus Kreisen des State Department, man beobachte „die deutsche Debatte über die öffentliche Verwaltung von Freizeitaktivitäten mit großer Sorge“. In Brüssel wird eine „Richtlinie zur harmonisierten Ostereiersuche-Sicherheit“ (ROSS) mit verschärften Kontrollen und einem EU-weiten Baumkataster diskutiert.
Der Deutsche Städtetag rief am Dienstag zu einer „nationalen Konferenz zur kommunalen Baumsicherheit“ auf, will aber keinerlei zusätzliche Mittel bereitstellen. Der Deutsche Easter Bunny Association (DEBA) kündigte an, seine Mitglieder würden bis auf weiteres nur noch in „staatlich zertifizierten und versicherten Feldversuchen“ Eier verstecken. „Die psychologische Belastung für unser Personal ist immens“, so ein DEBA-Sprecher.
Ausblick
Die Regierung kündigte an, den Vorgang lückenlos aufklären zu wollen. Ein Sonderermittler soll eingesetzt werden. Parallel wird der „Runde Tisch Ostereiersuche“ einberufen, ein Gremium aus Kommunen, Versicherungen, Ostereier-Herstellern und Baumsachverständigen. Es soll bis zum nächsten Osterfest Empfehlungen erarbeiten. Bis dahin bleibt die Debatte symbolisch und symbolisiert tiefer liegende Ängste vor dem Kontrollverlust in einer komplexen Welt. Der Baum in Flensburg ist gefällt. Die Fragen, die er hinterlässt, stehen noch.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Uebertreibung und dient ausschliesslich der Unterhaltung.