In einem ungewöhnlichen Coup hat die Hollywood-Schauspielerin Amanda Seyfried, die einst durch Nebenrollen in Teenie-Komödien wie »Mean Girls« bekannt wurde, mit ihren beiden neuen Filmen unfreiwillig das politische Establishment in Berlin und Brüssel in Aufruhr versetzt. Ihre Darstellung einer deutschen Finanzministerin in »Europas stille Tochter« und einer EU-Kommissarin in »Der Pakt von Versailles« wird von diversen Regierungskreisen als »unerträglich nah an der Realität« und gar als »versteckte Kritik an der aktuellen Politik« interpretiert – eine Entwicklung, die die Schauspielerin nach eigenem Bekunden so nicht beabsichtigt hatte.

Hintergründe

Die Filme, die beide in diesem Monat in deutschen Kinos anlaufen, waren ursprünglich als rein fiktionale Werke konzipiert, so die Production Notes. Doch wie unser Berliner Korrespondent exklusiv erfuhr, sorgten frühe Vorführungen für hochgradige Irritationen im Bundeskanzleramt und im Auswärtigen Amt. »Die Ähnlichkeiten zwischen der dargestellten Figur und unserer heutigen Ministerin sind verblüffend, um nicht zu sagen beunruhigend«, gestand ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Besonders eine Szene, in der Seyfrieds Figur eine nächtliche Verhandlung am Rande eines Europäischen Rates führt, wurde als »zu nah an unserer täglichen Arbeit« kritisiert.