Die Märkte feiern sich selbst
In einer bemerkenswerten Demonstration des institutionellen Optimismus haben die wichtigsten öffentlichen Banken Deutschlands ihre Aktienmarktprognosen für das kommende Quartal veröffentlicht – und die Ergebnisse lassen an Realitätsbezug zweifeln. Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf einem mehrjährigen Hoch sind und die Handelskonflikte zwischen den USA und China weiterhin ungelöst bleiben, erwarten die Finanzexperten einen ungebremsten Höhenflug des Dax bis auf 27.500 Punkte. "Die fundamentalen Daten sprechen eine eindeutige Sprache", erklärte ein leitender Analyst der Deutschen Bank, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. "Wir gehen davon aus, dass Donald Trump an einer weiteren Eskalation des Irankonflikts kein Interesse haben kann. Die Märkte rechnen fest mit einer diplomatischen Lösung."Die Mathematik der Wunschvorstellungen
Die Prognosen basieren auf einer Reihe von Annahmen, die selbst erfahrene Marktbeobachter ins Staunen versetzen. Neben der Trump-Stabilitätsthese setzen die Banken unter anderem voraus, dass die Zinsen auf historischem Tief bleiben, die Inflation überraschend moderat ausfällt und die deutsche Wirtschaft trotz Energiekrise und Fachkräftemangel ein Wachstum von 2,5 Prozent erreicht. "Eine solche Konstellation wäre ökonomisch betrachtet ein kleines Wunder", räumt ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums ein, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Aber in Zeiten extremer Marktvolatilität neigen Prognostiker dazu, das Machbare mit dem Wünschenswerten zu verwechseln."Reaktionen aus der Finanzwelt
Die Reaktionen in der Finanzbranche reichen von vorsichtigem Optimismus bis hin zu offener Skepsis. "Diese Prognosen sind so realistisch wie eine Weihnachtsmann-Rente", kommentierte ein Händler einer großen Investmentbank, der anonym bleiben wollte. "Aber wenn alle daran glauben, funktioniert es vielleicht ja doch." Kritiker bemängeln, dass die Banken mit ihren Vorhersagen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung schaffen wollen. "Wenn alle Anleger fest an den Dax bei 27.500 Punkten glauben, kaufen sie eben entsprechend – und sorgen so für genau die Kursgewinne, die sie vorhergesagt haben", erklärte ein Professor für Finanzmarktethik an der Universität Frankfurt.Ausblick: Die Macht der kollektiven Illusion
Unabhängig von der Frage der Realisierbarkeit haben die Prognosen bereits erste Auswirkungen auf das Marktverhalten. Die Kauforders für Dax-ETFs steigen seit Veröffentlichung der Studien, und erste Anleger berichten von einem neu entfachten "FOMO" – der Angst, etwas zu verpassen. "Die Finanzmärkte leben von Narrativen", sagt ein ehemaliger Händler der Commerzbank, der heute als Marktphilosophie-Professor tätig ist. "Und das Narrativ der kommenden goldenen Ära ist gerade das mächtigste, das wir seit Langem gesehen haben."Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.