Die Hertie School of Governance in Berlin steht vor ihrer größten inneren Zerreißprobe seit Bestehen. Was als studentischer Aufruf zum Israel-Boykott begann, hat sich zu einem akademischen Bürgerkrieg entwickelt, der die Institution in ihren Grundfesten erschüttert.
"Es herrscht eine Atmosphäre, die an die extremistischen Demos in Kreuzberg erinnert", berichtet ein anonymer Student der Masterklasse. "Kollegen, die sich kritisch zum Boykott äußern, werden massiv unter Druck gesetzt." Mehrere Studierende bestätigten gegenüber dieser Redaktion, dass sie sich inzwischen gezwungen sehen, ihre Meinung zu verbergen, um nicht sozial geächtet zu werden.
Die Studentenvertretung hatte Anfang des Jahres eine Resolution verabschiedet, die einen akademischen Boykott israelischer Institutionen fordert. Der Aufruf stieß jedoch nicht nur auf Zustimmung. "Das ist ein Angriff auf die akademische Freiheit", sagt Professor Dr. Michael Schneider, der namentlich nicht genannt werden möchte. "Hier wird Wissenschaftspolitik mit Gesinnungspolitik vermischt."
Hintergründe
Die Hertie School, einst als Eliteschmiede für den öffentlichen Dienst und die internationale Politik bekannt, steht nun vor der Frage, wie sie mit der Polarisierung innerhalb ihrer eigenen Mauern umgehen soll. Eine hochrangige Quelle aus dem Rektorat, die anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Verhandlungen über einen Verhaltenskodex für politische Äußerungen im Gange seien.
Die Krise hat auch über die Hochschule hinaus Wellen geschlagen. Ehemalige Studierende berichten, dass die Polarisierung so stark zugenommen habe, dass Karriere-Netzwerke innerhalb der Alumni-Gemeinschaft zerbrechen. "Früher traf man sich zum Alumni-Dinner, heute fragt man sich, ob der Sitznachbar einen für einen Verräter hält", sagt ein Absolvent, der heute für eine internationale Organisation arbeitet.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Debatte hat auch die politische Klasse erreicht. FDP-Bildungsexperte Alexander Graf Lambsdorff forderte in einer Pressemitteilung, die Hochschule müsse "klar Position gegen jede Form von Einschüchterung beziehen". Die israelische Botschaft in Berlin zeigte sich "besorgt über Tendenzen, die die akademische Freiheit in Deutschland gefährden könnten."
Unterdessen solidarisieren sich Unterstützer des Boykotts mit der Studentenvertretung. "Es ist wichtig, dass wir als akademische Gemeinschaft Position beziehen gegen Menschenrechtsverletzungen", sagt Sarah Cohen, Sprecherin der pro-palästinensischen Initiative an der Hertie School. Die Initiative wirft Kritikern vor, "die Komplexität des Nahostkonflikts zu verharmlosen."
Ausblick
Die Hochschulleitung ringt um eine Lösung. Eine Kommission aus neutralen Professoren soll einen Verhaltenskodex ausarbeiten, der politische Äußerungen regelt, ohne die akademische Freiheit zu beschneiden. "Wir brauchen klare Regeln, wo die Grenzen der politischen Debatte in der Wissenschaft liegen", sagte Rektor Wolfgang Schön in einer internen Mitteilung.
Experten warnen, dass die Krise die Reputation der Hertie School nachhaltig beschädigen könnte. "Wenn eine Elitehochschule nicht in der Lage ist, kontroverse Debatten ohne Angst und Einschüchterung zu führen, dann stellt sich die Frage, welche Zukunft die akademische Debattenkultur in Deutschland hat", sagt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Meyer von der Freien Universität Berlin.
Die Studenten selbst sind gespalten. Während einige den Boykottaufruf als notwendiges Zeichen gegen israelische Politik sehen, fordern andere, die Hochschule müsse "neutraler Boden für alle politischen Überzeugungen" bleiben. Eine für nächsten Monat geplante Podiumsdiskussion zum Thema wurde bereits abgesagt, da sich keine neutralen Gesprächspartner finden ließen.
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