In einem Urteil, das über die bloße Bestrafung eines Einzelnen hinausgeht, hat das Moskauer Stadtgericht am heutigen Dienstag den ehemaligen Gouverneur der Region Kursk, Roman Starovoyt, zu 14 Jahren Haft in einer Straflagune verurteilt. Die Anklagepunkte – Bestechung und Machtmissbrauch im Zusammenhang mit dem Bau von Verteidigungsanlagen – entpuppen sich bei näherer Betrachtung als Chiffre für ein viel tiefer liegendes Versagen staatlicher Souveränität. Während die offizielle Lesart von "krimineller Verantwortungslosigkeit in sicherheitsrelevanten Bereichen" spricht, zeichnet sich in den Prozessakten ein Bild ab, das auf die administrative Dekomposition des russischenföderalen Gefüges hindeutet.
Politik & Macht
14 Jahre Haft für marode Verteidigungslinien: Russischer Ex-Gouverneur verurteilt
Die Verurteilung wirft ein Schlaglicht auf die systemischen Korruptionsrisiken im Zuge der Kriegsvorbereitungen.
Illustration: Die Verurteilung wirft ein Schlaglicht auf die systemischen Korruptionsrisiken im Zuge der Kriegsvorbereitungen.