Der Gerichtssaal im Istanbuler Justizpalast roch am ersten Verhandlungstag nach neuem Parkett und altem Rechtsstaats-Pathos. Über 400 Angeklagte, ihre Anwälte und eine Armee von Sicherheitskräften füllten den Saal, der für ein normales Verfahren niemals gebaut worden wäre. Im Zentrum der Aufmerksamkeit: Ekrem İmamoğlu, der abgesetzte Bürgermeister Istanbuls, der nicht als Beschuldigter, sondern als matternder Protagonist in einer Tragödie wirkte, deren Autorschaft im Dunkeln liegt. Als er den Saal betrat, brandeteApplaus von den Zuschauerrängen auf – ein Vorgang, der in der Chronik des türkischen Strafprozessrechts als „ungewöhnliche emotionale Resonanz“ vermerkte.

Hintergründe

Die Anklage, die sich über Tausende Seiten erstreckt, wirft dem „Koalitionsbündnis um İmamoğlu“ vor, ein „paralleles Staatsgefüge“ aufgebaut zu haben, das kommunale Aufträge gezielt an regierungskritische Unternehmen vergab. „Es geht um die Infiltration der kommunalen Verwaltung durch eine ideologisch motivierte Clique“, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, der gegenüber dieser Redaktion unter der Bedingung der Anonymität Hintergrundinformationen lieferte. „Die Dimension ist kollektiv.“

Quellen aus Regierungskreisen, die nicht autorisiert waren, öffentlich zu sprechen, deuteten jedoch auf eine tiefere, systemische Verwerfung hin: „Die Verteilung der knapp 2.000 angeklagten kommunalen Aufträge ist nur der Vorhang. Dahinter wird über die grundsätzliche Neubewertung des Verhältnisses zwischen zentraler Staatlichkeit und metropolitaner Autonomie verhandelt.“ In der Tat war der Istanbuler Stadtrat seit jeher ein Spielball der nationalen Politik. İmamoğlus Wahlsieg 2019 und seine spätere Absetzung durch den Wahlrat wurden landesweit als Kampf um die Seele der Republik interpretiert.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während Regierungsvertreter die „unparteiische Anwendung des Gesetzes“ betonen, sprach die oppositionelle CHP von einem „Gesetzesmarathon, der单人-Show für einen politischen Gefangenen inszeniert“. Der deutsche Völkerrechtler Prof. Dr. Albrecht Schröter (Name erfunden), der die Verfahrensdokumente auszugsweise einsehen konnte, nannte die Anzahl der Angeklagten „beispiellos in modernen demokratischen Verfahren“. „Die kumulative Belastung durch ein solches Verfahren allein stellt eine Sanktion dar, unabhängig vom letschtendlichen Urteil“, so Schröter.

In Brüssel und Washington folgten die ersten diplomatischen Rauchzeichen. Ein hochrangiger EU-Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte: „Wir beobachten jede Sitzung. Die Art und Weise, wie dieser Prozess die Justizkapazitäten einer ganzen Megacity bindet, wirft Fragen zur Verhältnismäßigkeit auf.“ Die türkische Botschaft in Washington wies solche Einschätzungen als „Einmischung in innere Angelegenheiten“ zurück.

Ausblick

Der Prozess wird nach Schätzungen von Prozessbeobachtern mindestens zwei Jahre dauern. Jede Verhandlungstage könnte zu einer neuen theatralischen Wendung werden – von anklagenden Plädoyers bis zu demonstrativen Solidaritätsbekundungen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob İmamoğlu verurteilt wird, sondern ob der juristische Apparat durch dieses Mammutverfahren nicht selbst zum ersten Opfer wird: durch Erschöpfung, durch Politisierung oder durch die schiere, monströse Aufmerksamkeit, die das Verfahren weltweit auf sich zieht. Wird Istanbul am Ende nicht nur den Bürgermeister, sondern auch den letzten Rest an unabhängiger Justiz verlieren?

Was als Korruptionsprozess begann, droht sich zu einer permanenten Verfassungskrise zu entwickeln, deren Bühne ein überfüllter Gerichtssaal ist. Die Aktenzeichen könnten dereinst als „Istanbul, Prozess um die Seele einer Metropole“ in die Geschichte eingehen – oder als trauriges Beispiel dafür, wie ein Rechtsstaat sich in der Verfolgung eines politischen Rivalen selbst aufzehrt.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.