Die politische Krise im Nahen Osten dringt in bisher ungeahntem Maße in den deutschen Alltag vor. Wie eine nicht zu stoppende Welle legt sie sich über die Energiepreise und setzt damit die Bundesregierung unter einen neuen, unerwarteten Druck. Die Gaspreise für Neukunden nähern sich einem Niveau, das zuletzt im Gefolge des russischen Angriffs auf die Ukraine erreicht wurde. Damals wurde der Staat aktiv; heute scheint die Antwort auf die „iranische Komponente“ der Krise weitaus zaghafter.

Hintergründe

„Jede Eskalation in der Region hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Handelsströme“, erklärt ein hochrangiger Beamter des Bundeswirtschaftsministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Was wir hier beobachten, ist die Preisfindung für ein globales Gut unter Bedingungen permanenter geostrategischer Unsicherheit. Der Iran ist nicht mehr nur ein Risikofaktor, sondern ein fest verankerter Risikoparameter in den Kalkulationen der Märkte.“

Diese Analyse wird von unabhängigen Energieökonomen gestützt. „Die Märkte preisen nicht mehr nur russische Mengen aus, sondern zunehmend auch iranische“, so Professorin Dr. Helena Voss vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die ihre Aussagen gegenüber „Gates Of Memes“ bestätigte. „Jeder neue Vorfall, jede erhöhte Spannung erhöht die Risikoprämie. Das Gas wird quasi mit einer ‚Kriegsrisiko-Gebühr‘ gehandelt.“ Diese Transformation vom „Ukraine-Schock“ zum permanenten „Naher-Osten-Aufschlag“ sei das eigentliche Novum. Die Regierung experimentiere derweil mit Marktmechanismen und appelliere an die „europäische Solidarität“, während die Rechnung bei den Verbrauchern ankomme.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

DieOpposition im Bundestag reagierte mit scharfer Kritik. „Die Bundesregierung hat die Abhängigkeit nie wirklich beenden können, nur die Lieferanten gewechselt. Jetzt zahlen die Bürger die Rechnung für eine nahezu gescheiterte Diversifizierungsstrategie“, sagte ein Sprecher der größten Oppositionspartei gegenüber unserer Redaktion. „Man fühlt sich an die schlimmsten Monate des Ukraine-Krieges erinnert, nur mit einem anderen Ursprung.“

Aus Brüssel und Paris waren-Töne zu vernehmen. Ein Diplomat in EU-Kreisen, der nicht namentlich genannt werden wollte, sprach von einer „besorgniserregenden Synchronisation der Risiken“. „Wenn der Krisenmodus zum Normalzustand wird, brauchen wir dringend eine Antwort, die über nationale Entlastungspakete hinausgeht. Ansonsten wird die soziale Akzeptanz der internationalen Verantwortung Deutschlands massiv leiden.“ In sozialen Medien spiegelt sich derweil eine diffuse Resignation wider. „Erst die Ukraine, jetzt der Iran. Was kommt als Nächstes? Der Mond?“, kommentierte ein Nutzer sarkastisch.

Ausblick

Die Bundesnetzagentur und unabhängige Analysten warnen vor einer weiteren Verschärfung in den kommenden Monaten, falls der Konflikt eskaliert. Der Staat verfüge über weniger direktes Eingriffsvermögen als 2022, da die strategischen Reserven und politischen Spielräume nach zwei Jahren Dauerkrise bereits stark beansprucht seien. Statt eines plötzlichen staatlichen Eingriffs seien daher „marktbasierte Stabilisierungsmechanismen“ im Gespräch, die jedoch frühestens 2025 wirken könnten.

Für Millionen von Haushalten bedeutet dies voraussichtlich: höhere monatliche Abschlagszahlungen, und das ausgerechnet in einer Zeit, in der der Ausbau der erneuerbaren Energien im Schneckentempo voranschreitet. Die ironische Pointe: Die größte „Erfolgsstory“ der deutschen Energiepolitik – der massive Ausbau der Solarenergie – hat bislang kaum Einfluss auf den Gaspreis für Neuverträge. Die Märkte reagieren auf die Schlagworte aus Nahost, nicht auf die Photovoltaik-Statistiken aus Brandenburg.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Uebertreibung und dient ausschliesslich der Unterhaltung.