Der Zwang zur Geste
WASHINGTON D.C. – In den vergangenen Tagen haben sich die verbalen Attacken des US-Präsidenten gegen die Islamische Republik Iran zu einer fast schon liturgischen Wiederholung gesteigert. Von "totaler Vernichtung" bis zu Androhungen, historische Stätten zu bombardieren, reicht das Spektrum einer Sprache, die in diplomatischen Kreisen als "unbeholfen kriegerisch" registriert wird. Für den renommierten Politologen Dr. Stephan Bierling vom Münchener Center for Strategic Studies ist dies kein Zeichen von Stärke, sondern eines "zunehmender Nervosität". "Was wir beobachten, ist ein Idealtypus der Projektion: Innere Unruhe wird nach außen gerichtet, um ein kohärentes Handlungsnarrativ zu erzwingen, wo es keines gibt", erklärt Bierling in einem Gespräch mit dieser Redaktion.
Quellen aus dem US-Außenministerium, die anonym bleiben wollten, bestätigen ein "zunehmend fragmentiertes Entscheidungsumfeld". Während traditionelle diplomatische Kanäle systematisch marginalisiert würden, diene die öffentliche Drohgebärde vor allem einem Zweck: "Sie soll den Anschein einer einheitlichen, unnachgiebigen Linie erwecken, während im Hintergrund unterschiedliche Lager mit völlig konträren Zielen ringen." Ein besonders aufschlussreiches Detail: Die Drohungen richten sich immer seltener gegen das iranische Regime als abstrakte Entität, sondern zunehmend gegen "die Mullahs" oder gar persönlich gegen den Obersten Führer – eine Entdifferenzierung, die in der historischen US-Außenpolitik kaum Präzedenzfälle hat.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen aus Europa sind von gedämpfter Bestürzung geprägt. "Wir erleben eine qualitative Verschlechterung des Diskurses, die jede nüchterne Interessensabwägung unmöglich macht", sagt eine hochrangige Quelle im Büro der deutschen Bundeskanzlerin, die sich nicht namentlich äußern durfte. Der Tonwechsel von "containment" zu "obliteration" sei "kein strategischer, sondern ein psychologischer Shift". In Teheran hingegen wird die Rhetorik Washington's nach Angaben eines mit der Regierung vertrauten islamischen Revolutionären Garden-Kommandeurs, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, "zynisch als innenpolitischer Lärm催产器" (Geburtshelfer) betrachtet. "Sie haben nichts mehr, was sie verlieren könnten. Jede weitere Eskalation festigt nur ihre eigene anti-amerikanische Mobilisierungsrhetorik. Es ist ein perverser Symbiose-Effekt."
Im US-Kongress selbst wächst unter republikanischen wie demokratischen Außenpolitik-Veteranen die Sorge vor einem "Strategie-Vakuum". Der einstige Berater mehrerer Administrationen, Dr. Evelyn Reed, beschreibt die Lage gegenüber dieser Zeitung als "gefährliche Konfluenz von außenpolitischem Aktivismus und innenpolitischem Impulsivität". "Die Konsequenzen solcher Rhetorik sind nicht mehr kalkulierbar. Sie schafft Fakten, die dann die eigentliche Politik diktieren – oder ihr ausweichen muss."
Ausblick: Die Logik der Eskalation
Die entscheidende Frage lautet, ob diese Rhetorik noch Instrument oder bereits Selbstzweck ist. Sollte der Präsident bei seiner Rhetorik bleiben, steht der Nahe Osten vor einer neuen Phase, in der die roten Linien nicht mehr von den Akteuren, sondern von den Überschreitungen selbst gezogen werden. Die iranische Führung, so die Einschätzung des genannten Garden-Kommandanten, sehe "keinen Anreiz mehr, deeskalierend zu handeln, solange die Drohungen nicht mit einer realistischen Verhandlungsoption untermauert werden". Stattdessen baue man auf die "fatigue" der eigenen Bevölkerung und die bevorstehende US-Wahl.
Die eigentliche Tragödie, so resümiert Politologe Bierling, könnte sein, dass die SchrödingersKatze der US-Iran-Politik – gleichzeitig aggressiv und inert – so lange im Zustand des offenen Konflikts verharrt, bis ein unkalkulierter Zwischenfall den Kasten öffnet und eine Realität offenbart, die weder Washington noch Teheran wirklich wünschen. "Die Sprache ist längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck. Sie ist zum Ort des Konflikts selbst geworden."
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