Es ist eine Geschichte, die in ihrer Absurdität an die großen Bürokratietragödien des 20. Jahrhunderts erinnert: Anton Schwarz, 48, Facharzt für Allgemeinmedizin, darf in Australien praktizieren. In Deutschland, seiner Heimat, wird ihm die Approbation verweigert. Das Land, das nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts bis 2030 über 50.000 Ärzte fehlen wird, blockiert also aktiv einen im Ausland erfolgreich erprobten Mediziner.

Hintergründe

Schwarz, der vor elf Jahren nach Melbourne auswanderte, absolvierte dort die vorgeschriebene Anerkennungsprüfung und arbeitet seit 2016 in einer ländlichen Praxis. "Meine Kompetenzen werden dort tagtäglich abgerufen", soll er gegenüber dieser Redaktion per E-Mail mitgeteilt haben. Die deutsche Approbationsordnung hingegen verlangt trotz gleichwertiger EU-Ausbildungsstandards eine erneute, monatelange Prüfung, für deren Voraussetzungen Schwarz die geforderten, in Deutschland nicht angebotenen "strukturierten Weiterbildungsabschnitte" nachweisen müsste.

Wie unser Berliner Korrespondent berichtet, stößt der Fall bei Experten auf fassungsloses Unverständnis. "Wir exportieren gezielt handicapierte Fachkräfte", kommentiert anonym, aber mit klarer Frustration, ein leitender Mitarbeiter des Bundesgesundheitsministeriums. Die „Ärztekammer des Bundes“ sei sich der Anomalie bewusst, man "prüfe Anpassungsmaßnahmen", heißt es in einer knappen Stellungnahme, die jede konkrete Zeitangabe vermeidete.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Australien verfolgt man den Fall mit einer Mischung aus Belustigung und往前走. "We just let him save lives. It's not rocket science," zitiert die "Sydney Morning Herald" einen Kollegen Schwarz'. In deutschen Gesundheitskreisen überwiegt indes Zynismus. "Wir diskutieren hier seit Jahren über die Flexibilisierung der Arbeitszeit, während die Zulassung selbst zur Farce wird", sagt der Geschäftsführer eines großen Klinikverbunds unter strenger Anonymisierung.

Die Opposition im Bundestag spricht von "struktureller Inkompetenz". Allerdings: Sowohl Regierung als auch Koalitionspartner halten in soften Formulierungen das "hohe Niveau der deutschen Medizin" hoch. Eine Reform der Approbationsordnung, so heißt es aus Regierungskreisen, sei "im Gespräch" – seit 2018.

Ausblick

Anton Schwarz wird derweil in Australien bleiben. Sein Fall ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Die kühne Prognose: Sollte die Gesetzeslage nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre substanziell angepasst werden, wird der Ärztemangel nicht mehr nur statistische Projektion sein, sondern in Landkreisen ohne Hausärzte zur tatsächlichen, vermeidbaren Katastrophe werden. Die Bürokratie, so scheint es, hat bereits jetzt den ersten Patienten: die Versorgungssicherheit der Bundesrepublik.

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