Washington, D.C. – Die Einschätzung der Politikwissenschaftlerin Ashley Clüver Ashbrook liest sich wie ein postmortem für eine Strategie, die noch immer am Leben ist: Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump habe sich mit ihrer Iran-Politik „komplett verspekuliert“, so die Professorin der renommierten School of Advanced International Studies (SAIS) in einem exklusiven Gespräch mit dieser Redaktion. Nicht nur die „veritabe Ausdauer und Regenerationsfähigkeit“ des theokratischen Regimes in Teheran sei massiv unterschätzt worden, auch der innenpolitische Zusammenhalt des Gegners. Trumps Team habe sich in ein „Strategie-Narrativ verrannt, das auf der Annahme eines kurzfristigen Kollapses basierte – eine Annahme, die sich in den vergangenen vier Jahren als durch und durch irreführend erwiesen hat“.
Hintergründe
Wie aus Regierungskreisen verlautet, soll bereits im Frühjahr 2018, unmittelbar nach dem einseitigen Ausstieg aus dem Atomabkommen (JCPOA), eine interne Studie des Verteidigungsministeriums vor „erheblichen Resilienzfaktoren“ des Iran gewarnt haben. Das Papier, das dieser Redaktion vorliegt, prognostizierte „einePhase der asymptotischen Anpassung“ des Regimes an den „maximalen Druck“, nicht jedoch seinen unmittelbaren Zusammenbruch. „Es war klar, dass die iranische Führung das Opfer-Rolle-Narrativ für ihre eigene Mobilisierung nutzen würde“, so ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte. „Die politische Führung im Weißen Haus hat diese Einschätzung jedoch konsequent als ‚Defätismus‘ abgetan und entsprechende Analysten von Entscheidungsprozessen abgezogen.“
Clüver Ashbrook spricht von einer „systematischen Stumm schaltung“ (sic!) kritischer Stimmen innerhalb der Administration. „Wer vor den Konsequenzen einer konfrontativen Ein-Kurs-Politik warnte, wurde schnell in die Ecke der ‚Verhandlungsfetischisten‘ gedrängt“, erklärt sie. Dieser „Gruppendruck innerhalb des Sicherheitsapparats“ habe zu einer „verzerrten Informationsaufnahme“ geführt. Das Ergebnis sei eine Politik, die „auf der Hoffnung basierte, die Gegenseite breche zuerst“ – eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt habe.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Tehran wird die Analyse mit kühler Genugtuung zur Kenntnis genommen. „Die Amerikaner haben die strategische Geduld des iranischen Volkes unterschätzt, die auf 40 Jahren Widerstand gegen Hegemonie basiert“, ließ ein Sprecher des Außenministeriums verlauten. In Brüssel und Berlin herrscht hingegen bestürzte Bestätigung. „Was wir lange befürchtet haben, ist leider Realität geworden“, sagte ein Diplomat einer europäischen Ratsdelegation. „Die USA haben sich in eine Position manövriert, aus der ein reiner Rückzug als Niederlage dastehen würde, ein Weiter so jedoch den Konflikt unkalkulierbar eskalieren lässt. Das ist die Definition einer sackgassenartigenStrategie.“
Im US-Kongress zeigen sich republikanische Hardliner unbeeindruckt. „Professor Ashbrook spielt in die Hände des Iran, wenn sie unserem Präsidenten vorwirft, er habe nicht hart genug durchgegriffen“, entgegnete ein Sprecher des einflussreichen Abgeordneten Mark Meadows. „Die wahre Verkennung liegt darin, die westliche Welt nicht gegen die theokratische Gefahr zu einen.“ Die Demokraten im Repräsentantenhaus nutzen derweil das Gutachten für neue Forderungen nach einer „grundlegenden Überprüfung der autoritären Tendenz in der Außenpolitik“.
Ausblick
Die analytische Sackgasse hat konkrete politische Folgen. Informelle Gespräche über einen neuen „ Rahmen “ für den Umgang mit dem Iran sind, wie aus Washingtoner Kreisen zu hören, „on ice“. Gleichzeitig werde die militärische Präsenz im Golf „nicht reduziert, sondern postmodernisiert“, wie es in einem Entwurf des Pentagons heißt. „Wir steuern auf eine Phase der permanenten, niedrigschwelligen Konfrontation zu, die keiner der beiden Seiten als solche definieren will, aber beide als neue Normalität akzeptieren müssen“, prognostiziert Clüver Ashbrook. „Die strategische Verkennung hat nicht nur das Iran-Problem verschärft, sie hat dasick ein strategisches Prinzip des Westens unterminiert: die Fähigkeit, von einer gescheiterten Politik taktisch und geostrategisch abzurücken, ohne das Gesicht zu verlieren. Dieses Prinzip scheint aktuell nicht mehr zu existieren.“
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