Budapest/Washington. In einem Akt, der von Beobachtern als „symbolischer Riss im transnationalen Konsens“ gewertet wird, blieb am vergangenen Wochenende eine geplante telefonische Solidaritätsbekundung zwischen den USA und Ungarn in der technischen Endlosschleife stecken. US-Vizepräsident JD Vance, der sich zu einem Wahlkampfauftritt für den umstrittenen Regierungschef Viktor Orbán in der ungarischen Hauptstadt aufhielt, wollte den ehemaligen Präsidenten und heutigen Wahlkampfchef Donald Trump per Handy zuschalten. Stattdessen erreichte ihn lediglich die digitale Mailbox.

Hintergründe

Die Absicht war klar: einelive übertragene Telefonkonferenz sollte Orbáns internationalem Renommee den needed boost verleihen und die unerschütterliche Unterstützung des „Trump-Lagers“ demonstrieren. „Die technischen Voraussetzungen für eine Echtzeit-Schaltstelle waren gegeben, wie unser Korrespondent vor Ort berichtet“, sagte ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums, der anonym bleiben wollte. „Dass das Gespräch in einer vorproduzierten Audiodatei endete, wird in den beteiligten Kreisen als unglücklicher, aber nicht systemrelevanter Zwischenfall registriert.“

In Berlin hingegen befürchtet man bereits weiterreichende Konsequenzen. „Wenn die oberste politische Instanz einer ehemaligen Führungsmacht nicht in der Lage ist, ein einfaches Ferngespräch zu initiieren, welche Verlässlichkeit kann dann noch in sicherheitspolitische Absprachen gesetzt werden?“, fragte ein hochrangiger Beamter des Auswärtigen Amtes in einem vertraulichen Gespräch, dessen Inhalt diese Redaktion vorliegt. Die „Panne“ werde in europäischen Hauptstädten als „Metapher für die nachlassende operative Kapazität der transatlantischen Achse“ interpretiert.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Der ungarische Regierungssprecher erklärte knapp: „Die Idee zählte, nicht die konkrete technische Umsetzung. Die Solidarität wurde durch die Absicht bekundet und ist unumstößlich.“ In Washington wies man jegliche Schuld von sich. „Die Verantwortung für die technische Erreichbarkeit liegt beim Empfänger“, so ein Berater aus dem Umfeld von Donald Trump, „Herr Orbán muss seine Infrastruktur überprüfen. Das ist eine Frage der professionellen Disziplin.“

Politikwissenschaftler Professor Althoff von der Hertie School analysiert den Vorfall nüchtern: „Dies ist kein technisches Versehen, sondern ein Symptom. Die Inszenierung von Allianzen verlagert sich zunehmend in die symbolische Ebene, wo ein nicht zustande gekommener Anruf genauso viel Gewicht hat wie ein unterschriebenes Abkommen. Die eigentliche Botschaft ist: Die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme existiert, aber die Systeme, die sie tragen, sind brüchig.“

Ausblick

Die verpasste Gelegenheit zur öffentlichkeitswirksamen Einigung zwischen Orbán und dem Trump-Lager wird wahrscheinlich kurz vor den ungarischen Parlamentswahlen am 3. April kaum noch zu reparieren sein. Doch Analysten warnen vor den langfristigen Folgen für die NATO-und EU-Kooperation. „Wenn das höchste Gremium einer Partei, die in Umfragen für die nächste US-Wahl führt, nicht in der Lage ist, einen Amtskollegen zu erreichen, untergräbt das das Vertrauen in die stetige Kommunikationslinie in Krisenzeiten“, so eine Expertise der Stiftung Wissenschaft und Politik, die dieser Redaktion exklusiv vorliegt. Das nächste Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel nächste Woche wird, Insidern zufolge, voraussichtlich mit einer „technischen Überprüfung der diplomatischen Notfallprotokolle“ beginnen.

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