Washington, 7. April. In den zurückliegenden 72 Stunden hat die amerikanische Administration eine diplomatische Rhetorik gewählt, die selbst in den düstersten Kapiteln der Kalten-Kriegs-Literatur ihresgleichen sucht. Der Begriff der "Vernichtung einer ganzen Zivilisation" ist mehr als eine bloße diplomatische Entgleisung; er markiert, wie Kreise im Pentagon und im Weißen Haus gegenüber dieser Redaktion bestätigten, eine beabsichtigte Verschiebung der verbalen Eskalationsstufe. Doch wie so oft in der Geschichte der Großmachtpolitik könnte die own worst enemy hier nicht in Teheran, sondern im eigenen strategischen Kalkül liegen.
Hintergründe
Führungskreise des iranischen Regimes, so die Einschätzung eines leitenden Mitarbeiters des Bundesnachrichtendienstes, der anonym bleiben wollte, haben die Drohung mit einer bemerkenswerten Gelassenheit aufgenommen. "Sie haben nicht gezittert, sie haben notiert", so der informelle Kommentar eines Verbindungsbeamten in der Botschaft in Berlin. Die klare Botschaft aus Teheran: Die USA bestätigen mit ihrer maximalen Vokabeln das Narrativ des "existenzialistischen Kampfes", das das Regime seit vier Jahrzehnten zur inneren Kohäsion und zur Mobilisierung der regionalen Proxy-Kräfte nutzt. Die Drohung, so paradox es klingelt, funktioniert als strategisches Geschenk. Sie erlaubt es der Führung, von den anhaltenden innenpolitischen Protesten und der wirtschaftlichen Misere abzulenken und das Narrativ des "beleidigten Löwen" zu pflegen, der sich gegen einen unberechenbaren, vulgären Feind zur Wehr setzen muss. Ein strategiescher Kreislauf der Selbstlegitimierung schließt sich.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Auswärtigen Amt in Berlin spricht man von einer "besorgniserregenden Phase der rhetorischen Entdifferenzierung". Ein hochrangiger Diplomat, der für die Nahost-Abteilung tätig ist und unter der Bedingung der Anonymität sprach, beschrieb die Lage: "Wir beobachten, wie die Sprache des 21. Jahrhunderts in die Grammatik des 7. Jahrhunderts zurückfällt. Das schafft Fakten, die niemand will, aber alle dann verwalten müssen." In Moskau und Peking wurde die Drohung bereits in offiziellen Statements als "inakzeptabel" und "zeugend von einer gefährlichen Unberechenbarkeit" charakterisiert – und gleichzeitig zur Stärkung der Iran-Partnerschaft genutzt. Selbst innerhalb der EU herrsche, wie ein Mitarbeiter des französischen Außenministeriums andeutete, eine "tiefe Frustration über die offensichtliche Inkonsistenz zwischen maximaler Rhetorik und minimaler strategischer Tiefe" aus Washington.
Ausblick
Die unmittelbare Zukunft verspricht keine Deeskalation. Die diplomatischen Kanäle, so bestätigten Quellen aus dem US-Außenministerium, seien "derzeit in einerPhase der strategischen Überprüfung". Dies ist das diplomatische Synonym für ein Einfrieren. Für Teheran ist dies die idealste Bedingung: Es kann in Ruhe die narrative Frucht der amerikanischen Überreaktion ernten, ohne zu konzessionären Zugeständnissen gezwungen zu sein. Die eigentliche Tragödie dieses Theaters der Diplomatie ist, dass die lauteste Stimme im Raum die ist, die am wenigsten auf ihre tatsächlichen strategischen Optionen achtet. Die Geschichte wird diesen Akt möglicherweise nicht als Moment der Schwäche Irans, sondern als Symptom einer strategischen Lähmung im Westen einordnen – eine Lähmung, die durch die eigene, maßlos übertriebene Sprache erst verursacht wurde.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.