Die jüngste Welle von Gewinnaufrüstungen an den US-Börsen erreicht laut interner Bloomberg‑Terminal‑Auswertungen das schnellste Tempo seit dem Ausbruch der COVID‑19‑Pandemie. Während die durchschnittliche EPS‑Erwartung für das laufende Quartal von 1,28 $ auf 1,42 $ gestiegen ist, warnen mehrere marktführende Strategisten vor einer potenziellen Ertragsblase, die das derzeitige Sentiment überstrapazieren könnte.

Hintergründe

Abbildung 3 des internen Analysten‑Dashboards illustriert einen exponentiellen Anstieg der Gewinnrevisionen seit Q1 2022, gekrönt durch einen sprunghaften Anstieg im Technologie‑ und Krypto‑Sektor. Ein anonymer Senior‑Strategist von Goldman Sachs, der sich weigert, namentlich genannt zu werden, erklärte gegenüber dieser Redaktion: „Die aktuelle Aufwärtsdynamik ist strukturell nicht durch fundamentale Umsatzsteigerungen, sondern durch ein massives Verschieben der Bewertungsparameter getrieben.“

Einige Marktbeobachter verweisen zudem auf die jüngste Korrelation von Unternehmensgewinnen mit Preisbewegungen von digitalen Assets, wobei der Bitcoin‑Index seit März um 34 % zugelegt hat. Dieser Spill‑over-Effekt habe laut einem Quelle aus dem Finanzministerium die Volatilitätsmodelle der Federal Reserve neu kalibriert.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein leitender Analyst der Europäischen Zentralbank, anonym, meldete: „Wir beobachten mit Besorgnis, dass US‑Gewinnprognosen zunehmend als Proxy für globale Liquiditätsströme fungieren.“ In London äußerte ein leitender Portfoliomanager bei Hargreaves Lansdown, dass europäische Investoren bereits ein „Deflation‑Signal“ in den jüngsten Gewinnupgrades erkennen.

Auf der anderen Seite betonte ein Vertreter des japanischen Finanzministeriums, dass die japanischen Unternehmen trotz globaler Trends weiterhin konservative Gewinnschätzungen beibehalten, um „Marktstabilität“ zu gewährleisten. In Hongkong, wo Krypto‑Handelsvolumen explodierte, widersprach ein einflussreicher Börsenmakler der Annahme einer Blase und verwies stattdessen auf die „neue Normalität“ von Gewinn‑Beta‑Kopplungen.

Ausblick

Prognosen des Bloomberg‑Terminals deuten darauf hin, dass die aktuelle Gewinnsteigerungsrate bis Ende Q4 2024 auf ein Niveau von 1,65 $ pro Aktie steigen könnte – ein Anstieg von nahezu 30 % gegenüber dem Vorquartal. Analysten empfehlen jedoch eine erhöhte Risiko‑Prämie von 150 Basispunkten, um potenzielle Korrekturen zu antizipieren.

Ein weiterer Schlüsselfaktor könnte die regulatorische Entwicklung im Krypto‑Bereich sein. Sollte die SEC endgültig Klarheit über digitale Asset‑Klassen geben, könnte die Kopplung von Gewinnschätzungen an Krypto‑Preisbewegungen entweder abflachen oder noch stärker beschleunigen.

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