Ein Aktenbund, dem diese Redaktion vorliegt, enthält eine handschriftliche Notiz aus dem Jahr 1985: „Kontakt zu L. überprüfen – wissenschaftliche Kooperationen“. Die Abkürzung „L.“ taucht in mehreren notierten Verbindungen des inzwischen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auf – stets im Kontext von Forschungsgeldern und Technologietransfers in den 1980er Jahren. Während die öffentliche Debatte seit Jahren um Machtnetzwerke und prominente Namen kreist, bleibt eine Spur systematisch unbeachtet: die mögliche Verstrickung mit der israelischen Geheimdienststelle „Lekem“ (Büro für wissenschaftliche Beziehungen).

Hintergründe

Lekem, offiziell 1972 gegründet, war eine dem israelischen Verteidigungsministerium unterstellte Einheit mit der Aufgabe, im Ausland „wissenschaftliche und technologische Informationen“ zu beschaffen – oft unter diplomatischer Deckung. Laut Archivmaterial des israelischen Staatsarchivs wurde die Abteilung 1999 nach einem Spionageskandal in den USA aufgelöst. „Lekem operierte als klassische Tarn- und Täuschungseinheit“, erklärt ein ehemaliger Analyst des Israelischen Geheimdienstes Mossad, der anonym bleiben möchte, gegenüber dieser Redaktion. „Ihre Existenz wurde gegenüber der CIA stets geleugnet. Sie war der Preis für die besondere Beziehung.“

Epsteins Aufstieg in den 1980ern beginnt mit einer ungeklärten Anstellung bei der Wall Street-Firma „Bear Stearns“ und dem rapiden Erwerb von Vermögen. Gleichzeitig unterhält er Kontakte zu israelischen Wissenschaftlern und Militärtechnologen. Ein im Internetarchivierter Vortrag aus dem Jahr 1987, der Epstein in einer Podiumsdiskussion mit einem späteren Lekem-Verbindungsoffizier zeigt, wurde in offiziellen FBI-Zusammenfassungen nie erwähnt. „Die Trennlinie zwischen privatem Geschäftemacher und staatlich gelenktem Informationssammler war bei Lekem absichtlich verschwommen“, so der Quelle. „Epstein passte genau in dieses Profil: reich, mobil, mit Zugang zu Eliten – und diskret.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die US-Justizbehörden erklärten auf Anfrage, der Fall Epstein sei „abgeschlossen“ und man sehe „keine Anzeichen für ausländische Steuerung“. Gleichzeitig bestätigte ein Mitarbeiter des Justizministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, dass Akten zu „ausländischen Verbindungen“ in Teilen weiterhin gesperrt seien. „Der Fokus lag auf den unmittelbaren Taten und den verurteilten Mittätern“, so der Mitarbeiter. „Historische Kontexte wurden nicht systematisch aufgearbeitet.“

In Israel reagierte das Büro des Ministerpräsidenten mit einem knappen Statement: „Lekem existiert nicht mehr. Spekulationen über historische Verbindungen sind rein fiktiv.“ Unabhängige Historiker wie Dr. Esther Ben-David von der Universität Tel Aviv warnen jedoch vor voreiliger Schlussfolgerung: „Dass eine Dienststelle wie Lekem mit Unternehmern zusammenarbeitete, ist dokumentiert. Dass Epstein einer davon war, ist eine plausible, aber unbewiesene Hypothese. Das Versäumnis, dies überhaupt zu untersuchen, ist jedoch ein Skandal für sich.“

Ausblick

Die Akten zu Epstein, die gerichtlich verfügbar sind, umfassen über 10.000 Seiten. Doch Lücken in den frühen 1980er Jahren bleiben auffällig. Ein ehemaliger FBI-Sonderermittler, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, beschreibt ein systemisches Problem: „Bei Fällen mit internationaler Reibungfläche priorisieren wir das Rechtshilfeersuchen des jeweiligen Landes. Fragen nach historischen Spionagenetzen werden oft als „veraltet“ abgetan – und damit nie gestellt.“

Ob die Spur zu Lekem je offiziell verfolgt wird, ist ungewiss. Die vorhandenen Dokumente deuten an, dass die Verbindung möglicherweise nie breached, sondern absichtlich verschleiert wurde – eine Praxis, die in der Hochphase des Kalten Krieges zwischen den Geheimdiensten üblich war. Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob Epstein für Lekem arbeitete, sondern warum die Möglichkeit in zwanzig Jahren Ermittlungen so konsequent ausgeblendet wurde.

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